Himmelblau
Die Opernstadt Nancy macht von sich Reden, seit Intendant Matthieu Dussouillez dort etwas wagt. Gleich bei seinem Antritt 2019 hat er eine directrice musicale inthronisiert: Marta Gardolińska. Das Programm ist charmant, kalkulierte Wagnisse, wie etwa Paderewskis «Manru», inbegriffen. In Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» zum Saisonauftakt debütiert Marie Jacquot am Pult, Regie führt Anna Bernreitner, die mit ihrem Kollektiv «Oper rund um» gerne an ungewöhnlichen Orten inszeniert.
Strauss’ «Fledermaus» etwa ließ sie in sämtlichen Wiener Schwimmbädern im Badeanzug spielen. Jacquot, die demnächst an der Komischen Oper Berlin debütiert und von der Königlichen Oper in Kopenhagen umworben wird, meistert in Nancy mit Verve und Witz sämtliche Überraschungsmomente der Partitur. Die rasanten Tempo- und Stimmungswechsel kostet Jacquot nonchalant aus, mischt perfekt den Klang der Blechbläser, führt ein sängerisch wie spielerisch perfektes Ensemble (herausragend: Lucie Roche als Clarice) durch die musikszenischen Turbulenzen und hat auch den großartigen Opernchor fest im Griff. Die Covid-Erkrankung des Roi-Trèfle-Sängers wird von der Seite singend aufgefangen. Matthieu Lé-croart bewegt sich ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Sabine Weber
Der Anfang ist erheiternd – eine Diaschau mit aktuellen Bezügen zur historischen Caterina Cornaro (1454–1510), die nach dem Tod ihres Gatten Zypern regierte, ehe Venedig 1489 endgültig die Herrschaft über die Insel an sich riss. Man muss befürchten, dass Donizettis Oper als Klangkulisse eines öden Biopics missbraucht würde. Doch die erste Szene, die mit ordinärer...
Vor Spitzbergen sieht man sie manchmal. Wenn sie an diesem Archipel ankommen, haben die trotz ihrer Länge (bis zu 17 Metern können es sein) im Grunde niedlichen Tierchen eine lange Reise hinter sich; der Weg aus den polaren und tropischen Meeresgebieten nach Norwegen ist weit – sehr weit, wenn man bedenkt, dass Buckelwale mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von...
Diesen Lapsus würde kein Lektor seinem Autor durchgehen lassen: Als Leonore in das Verlies hinabsteigt, wo ihr Gatte Florestan seit zwei Jahren wie ein Tier gehalten wird, erschießt sie mal eben schnell einen anderen Gefangenen, um sich sodann liebevoll ihrem unglücklichen Manne zuzuwenden. Ein schockierender Moment, nicht weil plötzlich die Pistole knallt, sondern...
