Schwedische Rakete

Verdi: Don Carlos BASEL | THEATER

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Ulrich Schreiber hatte, wie meist, recht. Verdis «Don Carlos» ist und bleibt das «Phantom einer Oper», ein «Hauptwerk des 19. Jahrhunderts», das aufgrund seiner vielen Fassungen immer wieder in anderer Gestalt auftritt. Auch in Basel. Die Neuproduktion beruft sich auf die Pariser Version von 1867, arbeitet aber mit Strichen und Modifikationen. Und so beginnt der Fontainebleau-Akt gleich mit der Jagdmusik und dem Wechseldialog der (vorzüglichen) Hörner auf der Bühne sowie Chor und Orchester. Ganz exakt gelingt Dirigent Michele Spotti die Koordination hier noch nicht.

Das aber bleibt eine Randnotiz.

Denn schon in Carlos’ Kavatine «Je l’ai vue» ist zu spüren, dass man es hier mit einem herausragenden Interpreten der Titelpartie zu tun hat, mit enormem Zukunftspotenzial. Joachim Bäckströms Stimme ist einer der seltenen tenoralen Glücksfälle, in denen sich Kraft und eine enorme Tessitura vereinigen. Eine Rakete, ein viriler, intensiv flutender Tenor mit scheinbar endlosen Reserven und überdies idealer Disposition für das französische Fach – was in diesem Fall bei Verdi ja durchaus zutrifft. Seine voix mixte, seine Registerwechsel zwischen mittlerer und hoher Lage jedenfalls sind ...

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Opernwelt April 2022
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alexander Dick

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