Schluck aus der Pulle
Oldenburgs Theater ist für eine Spielzeit aus der Innenstadt gezogen. Nach draußen, aufs freie Land. Dort, in einem seit Jahren stillgelegten Fliegerhorst, hat man eine ehemalige Flugzeugwartungshalle für ein hübsches Sümmchen umgebaut, sie sozusagen entmilitarisiert und theatralisiert, ihr dabei unter anderem eine Zuschauertribüne, einen Orchestergraben und eine breit ausladende Bühne verpasst. Dort spielt man, während das historische Große Haus renoviert wird, Oper, Schauspiel und Tanztheater.
Unter größtem Publikumszuspruch, wie die Intendanz in einer Pressemitteilung kürzlich verkünden ließ. Was für die Oper nicht zuletzt an der hervorragenden Akustik liegen mag, die sich mit einem aufgefächerten Orchesterklang und klar darüberliegenden Gesangsstimmen bietet.
Grund genug, Wagner zu wagen. Und tatsächlich erlebte man in der «Walküre» einen Hörgenuss von beachtlicher Qualität. Das Orchester unter dem musikalischen Oberleiter Thomas Dorsch (das Theater hat sich nach dem Weggang von Alexander Rumpf immer noch nicht für einen neuen GMD entscheiden können) klang sängerfreundlich bei den zahlreichen Parlando-Stellen des Werkes und blühte bei den emotionalen Höhepunkten auf, ohne ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhart Asche
Kasan, die Hauptstadt der Tatarischen Republik, ist heute eine offene, grundsätzlich zweisprachige Metropole. Die Zeiten gewalttätiger Russifizierung unter Iwan dem Schrecklichen oder interkonfessioneller Kämpfe scheinen vergessen. Die im Kasaner Kreml neu errichtete Moschee Kul-Scharif mit acht Minaretten leuchtet mit Würde, strahlt metropolitanen Luxus aus. Die...
Der Wald steht schwarz und schweiget keineswegs. Kleine Lichtschneisen durchzittern sein dichtes Laub, geben uns ein Gefühl für seine prächtigen Baumkronen. Aus dem Geäst kommen Fanfaren und Stimmen. Menschen? Naturwesen eher, bemoost am ganzen Körper oder mit Blättern überzogen. Oder doch Soldaten mit Grasbüscheln auf den Helmen? Schwer zu sehen, schwer zu sagen....
Der Höhepunkt kam zum Schluss. So transparent, wie die Staatskapelle Halle unter Karl-Heinz Steffens die Variationen aus Alban Bergs «Lulu-Suite» musizierte, fiel einem unwillkürlich Anton Weberns Diktum ein, in 50 Jahren würde jeder Postbote die Musik der Schönberg-Schule pfeifen. Zumindest konnte jeder musikalische Hörer die Metamorphosen des Wedekind’schen...
