Musik als Theater

Studien zu Luciano Berio und Karlheinz Stockhausen

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Längst hat die Musikwissenschaft das Musiktheater der Gegenwart als lohnendes Forschungsobjekt entdeckt. Das umfangreiche Buch von Claudia di Luzio ist schon die zweite Dissertation zu den Bühnenwerken von Luciano Berio (nach Ute Brüdermann, «Das Musiktheater von Luciano Berio», Frankfurt/M., Peter Lang 2007). Beide Autorinnen haben wesentlich dieselben Quellen benutzt (Handschriften der Paul Sacher Stiftung Basel, Verlagsarchiv der Universal Edition Wien), ihre Ergebnisse bestätigen und ergänzen einander.



In einem ersten Kapitel fasst Claudia di Luzio Berios eigene Aussagen zu seinem Musiktheater zusammen: Statt eine Geschichte mit psychologisch stimmig charakterisierten Figuren zu erzählen, sollen heterogene Elemente – dramatische Situationen, disparate Textabschnitte, oft Zitate aus unterschiedlichen Quellen – nebeneinandergestellt werden, zwischen denen die Musik assoziative Verknüpfungen deutlich macht. Berios Metatheater bezieht sich durchgehend auf die (vor allem literarische) Tradition, die freilich vermittelt, in Form von «Anspielung, Kommentar, Selbstreflexion, Verfremdung, Polarisierung, Parodie und Karnevalismus [Umkehrung von Beziehungen oder Situationen]», Verwendung ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 30
von Albert Gier

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