Halb gewagt ist frisch gewonnen
Jetzt spüren es auch die Lipizzaner. Elisabeth Gürtler, Chefin des Hotels Sacher, Opernballexpertin und seit einigen Monaten zudem Geschäftführerin der Spanischen Hofreitschule, beklagte bei Letzterer Besucherrückgänge und ein daraus resultierendes Defizit. Staatsoperndirektor Ioan Holender konstatierte schon vor Wochen Einbußen bei sonst überbuchten Vorstellungen an seinem Haus (dennoch liegt die Auslastung immer noch bei über 97 Prozent); beides hat wohl mit dem Rückgang von Touristen-Übernachtungen in diesem Jahr – bislang um etwa zehn Prozent – zu tun.
Auch an der Wiener Volksoper, obwohl weniger vom Tourismus abhängig als das Haus am Ring, ging die Auslastung in dieser Spielzeit leicht zurück (nachdem in der vorigen Spielzeit Einnahmen und Besucherzahlen die höchsten Werte erklommen, seit die Bundestheater 1999 in eine Holding umgewandelt wurden). Doch bei den Abonnenten gab es erneut Steigerungen.
Prinzipal Robert Meyer setzt weiterhin auf Konsolidierung durch gängiges Repertoire mit leichten Ausschlägen auf der Skala des Ungewöhnlichen. Nach der unterhaltsamen Saisoneröffnung mit Künnekes «Vetter aus Dingsda» (Regie: Olivier Tambosi, mit der bezaubernd singenden und forsch ...
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München hat eine neue Opernformel: Under construction. Staatsopernintendant Nikolaus Bachler gab für seine ersten Festspiele eine Devise aus, die bis in die neue «Lohengrin»-Inszenierung hinüberschwappte. Sie will nach Auskunft des Hauses die schlichte Tatsache als Idee verbreiten, «dass die Kunstform Oper beständig dem Wandel unterworfen ist und immer neu befragt...
Mehr als ein Vierteljahrhundert ist verstrichen, seit Carl H. Hiller in dieser Zeitschrift mit einem monografischen Essay auf den wohl bedeutendsten polnischen Komponisten nach Chopin aufmerksam machte (siehe OW 1/1983): Karol Szymanowski. Damals kannten allenfalls ein paar Connaisseurs das umfangreiche Œuvre des eigensinnigen Ästheten, der zeit seines viel zu...
Herr Hengelbrock, Sie gelten als Nonkonformist. Was stört Sie am Musikbetrieb?
Es ist eine Tendenz unserer Zeit und auch des hemmungslosen Kapitalismus, dass alles komprimiert wird auf die bestmöglichen Verwertungsmöglichkeiten. Wenn ich Musik reduziere auf die rein technischen Parameter – höher, tiefer, lauter leiser –, dann komme ich zwar mit wenig Proben aus,...
