Schadet nichts!
Wind, Meer und der salzige Geruch kleiner Jungs: Peter Grimes könnte man auch als britisch- hemdsärmelige Version von Thomas Manns Tod in Venedig lesen. David Aldens Inszenierung von der English National Opera (2009), die derlei anregt, wurde schon nach Antwerpen, Gent und Oviedo transferiert. Dass auch ein großes Haus wie die Deutsche Oper Berlin darauf zurückgreift, zeigt die große Nachfrage und die Verlegenheit zugleich, Neues zu dem robusten Meisterwerk auszusagen.
In Berlin will Donald Runnicles einen großen Britten-Zyklus starten.
Und tut das zu ehrgeizlos pragmatisch, zu geradeaus und unverstellt drauflos für einen viel versprechenden Auftakt. Die Story vom Knabenmissbrauch (aber ist es denn einer?) und von blauen Flecken (aber woher kommen sie denn?) lebt vom Unausgesprochenen. Von der Schuld im Indirekten. Vom Geheimnis, das ein Geheimnis bleibt. Gerade dafür ist Runnicles’ unauratischer Dirigierstil denkbar wenig prädestiniert. Sein Engagement scheitert auf hohem Niveau. Man ist erstaunt, hier jemanden ausgerechnet von seinem Steckenpferd stürzen zu sehen.
Christopher Ventris (in der Titelrolle) war schon immer ein etwas persönlichkeitsarmer Darsteller. Was ihm an ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Kai Luehrs-Kaiser
Das Cello-Solo im ersten Akt dirigiert er aus. Und auch sonst ist Lawrence Renes ziemlich pingelig bei dieser Walküre. Einfach die Musik laufen lassen – das fällt ihm vorerst noch schwer. Das dürfte vor allem zwei Gründe haben: Erstens ist das Stück noch relativ frisch für den neuen Musikchef der Stockholmer Oper. Und zweitens braucht das Orchester genaue...
Sensationelle Erkenntnisse verhieß sie, die Ausstellung Mozart-Bilder – Bilder Mozarts im Mozart-Museum am Salzburger Makartplatz (bis 14. April 2013). Das berühmte Porträt von Johann Joseph Lange (1789), Mozarts Schwager, sei nicht unvollendet, wie «jüngste» Analysen des Münchner Doerner-Instituts bewiesen; eine Miniatur sei «kürzlich» als authentische...
Ach, diese Jugendsünden. 40 Orchester habe er früher einmal kurz hintereinander dirigiert. Es gab sogar eine Zeit, da habe ihn sein Management zum Rekord getrieben: 15 US-Klangkörper in einem Jahr. «Und ich habe gedacht, das alles ist gut.» Valery Gergiev, der Geläuterte? Von «Konzentration» spricht er mittlerweile, nur die garantiere «seriöse Ergebnisse». Der...
