Ende einer Ära

Mehr als vierzig Jahre hat er an der Metropolitan Opera in New York den Takt vorgegeben. Jetzt ist JAMES LEVINE als Musikdirektor zurückgetreten

Opernwelt - Logo

Wie kein anderer Dirigent hat James Levine über Jahrzehnte das New Yorker Opernleben geprägt. Eine ganze Zuschauergeneration ist mit seiner künstlerischen Vision der Metropolitan Opera – für viele ein Synonym für Oper schlechthin – aufgewachsen. Als das Haus Mitte April bekannt gab, Levine werde zum Ende der Spielzeit als Musikchef zurücktreten, war zwar kaum ein Beobachter überrascht – gesundheitliche Probleme hatten den Dirigenten wiederholt gezwungen, Vorstellungen oder ganze Aufführungsserien abzusagen.

Nun aber hat man in New York das ­sichere Gefühl, dass mit dem Rücktritt wirklich eine Ära zu Ende geht.

Dabei war Levine alles andere als ein despotischer Autokrat, der neben sich keine anderen Götter geduldet hätte. Unter seiner Ägide feierte mancher Gastdirigent Erfolge an der Met, und in den letzten 15 Jahren nahmen ihm sowohl Fabio Luisi als auch Valery Gergiev viele Verpflichtungen ab. Yannick Nézet-Séguin, Musikdirektor des Philadelphia Orchestra, verbrachte in den vergangenen Spielzeiten so viel Zeit mit dem Met-Orchester, dass er als möglicher Nachfolger Levines gehandelt wird.

Seit Levine 1972 mit gerade mal 29 Jahren zum Chefdirigenten des Hauses ernannt wurde, hat er ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Allan Kozinn

Weitere Beiträge
Zwiespältig

Das Opus um einen vermeintlich mit Sehergaben ausgestatteten Vogel ist kurz nach der ersten russischen Revolution 1905 entstanden und gilt als scharfe politische Satire auf das zaristische Herrschaftssystem. Freilich geht die Oper, die Rimsky-Korsakow nach einem Märchen von Alexander Puschkin komponierte, kaum als Zeugnis einer ­revolutionären Gesinnung durch. «Der...

Spielpläne

ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme

 

Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
Bühne
– Smetana, Die verkaufte Braut: 5. (P), 10., 16., 18., 24., 26., 30.6.; 3., 6., 10.7.
ML: Thorau, I:...

Tratsch und Liebe

Neben der Leipziger Oper steht das Kroch-Hochhaus (1928), auf dem der antik-barocke Spruch prangt: «Omnia vincit labor», Arbeit besiegt alles: Gegenthese zum bekannteren «omnia vincit amor», die Liebe besiegt alles. Dass in der protestantischen Bürgerstadt puritanisches Arbeitsethos hochgehalten wird, verwundert kaum. Für die ­Barockoper freilich, zentral für die...