's ist leider Krieg, immer wieder

Unter seinem neuen Intendanten bringt das Mainzer Staatstheater Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» heraus; die Berliner Staatsoper produziert die Urfassung des Stücks

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Eigentlich sollte Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» nie von den Spielplänen verschwinden. Die auf Grimmelshausen beruhende Parabel von dem einfältigen jungen Menschen, der Kriegsleid erfährt, hellsichtig gesellschaftliches Unrecht enttarnt und einen Aufstand der Unterdrückten initiiert, spielt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, zielte aber vor allem auf den heraufziehenden NS-Terror, den Hartmann Mitte der 1930er-Jahre in seinem zweiten Bühnenwerk aus der inneren Emigration heraus scharfsinnig attackierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte er sich hoffnungsvoll: «Trotz aller politischen Gewitterwolken glaube ich an eine bessere Zukunft», schrieb er – und komponierte für die Zweitfassung (1956) unter anderem eine große orchestrale Schlussapotheose. Ein Plädoyer für den Frieden, das nicht nur in großen Kriegsgedenkjahren aktuell ist.

Am Staatstheater Mainz steht «Simplicius Simplicissimus» als erste Opernproduktion unter dem neuen Intendanten Markus Müller besonders im Fokus. Begonnen hatte die Spielzeit mit Purcells spartenverbindender, von Jo Strømgren mit leichter Hand inszenierter «Fairy Queen», wobei das Musiktheater etwas zu kurz kam: Die Strichfassung ...

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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Claus Ambrosius

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