Die Götter müssen verrückt sein

Zum 150. Uraufführungsjubiläum wird Offenbachs «Belle Hélène» gleich doppelt szenisch entstaubt – in Berlin und Hamburg

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Auf die Idee mit dem sexy Sixpack sind beide gekommen: Zur optischen Auflockerung wird immer wieder ein halbes Dutzend knackiger Tänzer auf die Bühne geschickt, vorzugsweise in Kostümen mit minimalem Stoffverbrauch. Im dritten Akt trägt jeweils der gesamte Chor putzige Retro-Bademode, und auch eine schwule Kammerzofe gibt es doppelt.

Zwei große Opernhäuser der Republik eröffnen ihre Saison mit Jacques Offenbachs «La belle Hélène», deren Erfolgsgeschichte vor genau 150 Jahren begann. In beiden Fällen sind eingeschworene Erfolgsteams am Werke.

Hamburg hat das Duo Renaud Doucet und André Barbe engagiert, an der Komischen Oper steht dem Intendanten Barrie Kosky der Choreograf Otto Pichler zur Seite. Zwei brillant gearbeitete Produktionen sind da zu sehen, denen es darum geht, alle Staubschichten von der Antikenparodie wegzublasen, in der sich einst die Pariser Gesellschaft des zweiten Kaiserreichs wiedererkennen sollte. Auf der einen wie der anderen Bühne werden dafür leistungsstarke Witz-Ventilatoren angeworfen – und doch fallen beide Aufführungen höchst unterschiedlich aus.

Doucet und Barbe gelingt es, die Farce mit Charme fürs heutige Publikum optisch auszustaffieren, ihre Show atmet ...

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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Frederik Hanssen

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