Die Götter müssen verrückt sein
Auf die Idee mit dem sexy Sixpack sind beide gekommen: Zur optischen Auflockerung wird immer wieder ein halbes Dutzend knackiger Tänzer auf die Bühne geschickt, vorzugsweise in Kostümen mit minimalem Stoffverbrauch. Im dritten Akt trägt jeweils der gesamte Chor putzige Retro-Bademode, und auch eine schwule Kammerzofe gibt es doppelt.
Zwei große Opernhäuser der Republik eröffnen ihre Saison mit Jacques Offenbachs «La belle Hélène», deren Erfolgsgeschichte vor genau 150 Jahren begann. In beiden Fällen sind eingeschworene Erfolgsteams am Werke.
Hamburg hat das Duo Renaud Doucet und André Barbe engagiert, an der Komischen Oper steht dem Intendanten Barrie Kosky der Choreograf Otto Pichler zur Seite. Zwei brillant gearbeitete Produktionen sind da zu sehen, denen es darum geht, alle Staubschichten von der Antikenparodie wegzublasen, in der sich einst die Pariser Gesellschaft des zweiten Kaiserreichs wiedererkennen sollte. Auf der einen wie der anderen Bühne werden dafür leistungsstarke Witz-Ventilatoren angeworfen – und doch fallen beide Aufführungen höchst unterschiedlich aus.
Doucet und Barbe gelingt es, die Farce mit Charme fürs heutige Publikum optisch auszustaffieren, ihre Show atmet ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Frederik Hanssen
Mit Holsts «Savitri» begann es, und Holst-Sinfonietta hieß fortan auch das Orchester. Waltons «Bär» folgte, Korngolds «Stumme Serenade», Brittens «Rape of Lucretia» und «Noye’s Fludde», aber immer auch Zeitgenössisches: Rihms «Jakob Lenz», Anno Schreiers «Kein Ort. Nirgends» oder Claude Viviers «Kopernikus». Eines springt allemal ins Auge: Was die Freiburger Young...
Es ist Oktober. Festivalzeit im irischen Küstenörtchen Wexford. In den Pubs plaudern Herren in black tie und Damen in Abendrobe mit Locals in Jogginghosen. Der Wind saugt die letzten Blätter aus dem kleinen Hain, den Opernenthusiasten auf der Ferrybank gepflanzt haben – ein Bäumchen für jedes neue Stück – und weht waagerechte Regenfäden über den River Slaney....
«Birds do it, bees do it.» Und bei all dem, was Ella Fitzgerald von Bienen und Vögeln behauptete, kommt Don Giovanni im Grunde zu kurz. Ständig wird er gestört, alles geht irgendwie schief, angefangen bei Donna Anna. In diesem Zusammenhang scheint pikant, dass Anna Netrebko und Erwin Schrott sich im Mai 2013 auf der Bühne in Baden-Baden noch als das große...
