Aus dem Leben eines Taugenichts
Mist. Es weihnachtet schon wieder. Nicht, dass ich diese Jahreszeit nicht mag. Nur ist für uns Sänger jetzt sozusagen rush hour. Früher hieß Weihnachten für mich vor allem, «Messias» singen. «Messias», «Messias», «Messias», bis zum Abwinken. Ich wette, meine deutschen Kollegen würden dasselbe über das «Weihnachtsoratorium» sagen. Bloß der Satz wäre viel länger.
Als ich anfing, in Übersee zu arbeiten, verschob sich das Problem. Weihnachten hieß nun, ein unfassbar teures Flugticket zu ergattern, um rechtzeitig zum Fest nach Hause zu kommen.
Und dann noch eins, um zur nächsten Vorstellung wieder zurück zu sein.
Das Winterwetter macht alles noch komplizierter. Weiße Weihnachten? Wenn man dank der weißen Plage drei Tage am Flughafen Schiphol festhängt und sich mit der Aussicht konfrontiert sieht, am heiligen Abend allein in einer Wartehalle zu sitzen, als Festmahl vor sich nichts als einen Haufen Erdnuss-Tütchen von KLM, kann man schon mal spontan ein Fan der Erderwärmung werden. Zu Hause in England schneit es ja eh nie. Und wenn doch mal zwei Flocken liegen bleiben, bricht augenblicklich der Verkehr zusammen.
Zweimal habe ich den Weihnachtstag im Flugzeug verbracht, auf Langstrecke. Und ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Mal ehrlich, Seite 69
von Christopher Gillett
Meyerbeer e il suo tempo» war ein Programm der Accademia Nazionale di Santa Cecilia überschrieben, das in Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane entstand. Diana Damrau und Antonio Pappano huldigten im Oktober in Rom dem großen europäischen Komponisten. Zweifellos ein zentraler Beitrag zu dessen 150. Todestag.
Meyerbeer habe sie schon während ihres Studiums...
Zugegeben: Nach Säen und Ernten in den Randlagen, dort, wo das bunte, wilde Premieren-Repertoire sprießt, sieht das nicht aus. Zwischen «Tristan» und «Vogelhändler» hat Regensburg seinen neuen «Rigoletto» gepackt, die Salzburger Landestheater-Kollegen bringen ihn zwischen «Zauberflöte» und «Weißem Rössl» – was dort das Blockbuster-Sandwich komplett macht. Den...
Andere an seiner Stelle trügen die Nase hoch. Hans-Peter Lehmann hat das nicht nötig, er ist bescheiden geblieben. Er war Assistent von Carl Ebert, Gustav Rudolf Sellner und Wieland Wagner, hat als blutjunger Regisseur in Berlin schon «Otello» mit Renata Tebaldi inszeniert. Die Arbeiten des Wagner-Enkels Wieland betreute er in Bayreuth von 1960 bis 1973. Mit Birgit...
