Aus dem Leben eines Taugenichts
Mist. Es weihnachtet schon wieder. Nicht, dass ich diese Jahreszeit nicht mag. Nur ist für uns Sänger jetzt sozusagen rush hour. Früher hieß Weihnachten für mich vor allem, «Messias» singen. «Messias», «Messias», «Messias», bis zum Abwinken. Ich wette, meine deutschen Kollegen würden dasselbe über das «Weihnachtsoratorium» sagen. Bloß der Satz wäre viel länger.
Als ich anfing, in Übersee zu arbeiten, verschob sich das Problem. Weihnachten hieß nun, ein unfassbar teures Flugticket zu ergattern, um rechtzeitig zum Fest nach Hause zu kommen.
Und dann noch eins, um zur nächsten Vorstellung wieder zurück zu sein.
Das Winterwetter macht alles noch komplizierter. Weiße Weihnachten? Wenn man dank der weißen Plage drei Tage am Flughafen Schiphol festhängt und sich mit der Aussicht konfrontiert sieht, am heiligen Abend allein in einer Wartehalle zu sitzen, als Festmahl vor sich nichts als einen Haufen Erdnuss-Tütchen von KLM, kann man schon mal spontan ein Fan der Erderwärmung werden. Zu Hause in England schneit es ja eh nie. Und wenn doch mal zwei Flocken liegen bleiben, bricht augenblicklich der Verkehr zusammen.
Zweimal habe ich den Weihnachtstag im Flugzeug verbracht, auf Langstrecke. Und ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Mal ehrlich, Seite 69
von Christopher Gillett
Die erstaunlichste Erkenntnis beim Braunschweiger «Propheten» (wieder einmal): Die großen Opern Giacomo Meyerbeers sind zu machen, auch an Stadttheatern. Die Chorszenen packen unmittelbar. Die Partitur ist reich an Ohrwürmern. Nach 90 Minuten, sprich: nach dem dritten Akt, geht das in der zweiten Vorstellung nicht übermäßig zahlreiche Publikum den Triumphmarsch...
Frau Schneiderman, 1984 wechselten Sie von Heidelberg nach Stuttgart.
Ja, im Herbst vor genau 30 Jahren. Meine erste Rolle hier war die Cenerentola.
Welche Bedeutung hat das Ensemble für Sie?
Wenn man sich für eine Stadt entschieden hat, dann ist das Ensemble enorm wichtig. Es ist eben anders als bei einem Gastspiel, bei dem es zwar temporär zu einer familiären...
Der Rheinoper ist zum Saisonstart endlich wieder eine rundum überzeugende Eigenproduktion geglückt (Barrie Koskys Trickfilm-«Zauberflöte» ist ja «nur» ein schlauer Einkauf von der Komischen Oper Berlin). Altmeister Dietrich Hilsdorf läuft in der 150. Regie seiner Karriere zu großer Form auf. Es ist seine erste Begegnung mit dem von ihm bisher gemiedenen Richard...
