Rundum sorglos
Opernhäuser sind – zumindest in Deutschland – vom Staat hoch subventionierte Wirtschaftsbetriebe. Natürlich fließt hier als Umwegrentabilität durch die Ausgaben der Beschäftigten, der Gastkünstler und vor allem der Besucher ein Vielfaches an die Geldgeber zurück. Doch selbst ein so erfolgreiches Haus wie die Bayerische Staatsoper schafft kaum mehr als 30 Prozent seines Budgets als Einnahmeneigenleistung. Jeder Platz muss allabendlich mit bis zu mehreren hundert Euro unterstützt werden.
Von diesen Subventionen, die nur ein kleiner, aber einflussreicher Bruchteil der Gesellschaft nutzt, geht ein erklecklicher Bestandteil wiederum in die Taschen der Privatwirtschaft in Form von Vermittlungsgebühren an die Agenten, die dem Opernbetrieb sein wichtigstes Material liefern: Sänger, Dirigenten und seit einiger Zeit auch Produktionsteams.
Transparenz herrscht in diesem Bereich kaum, auch scheint die Branche das nicht einzufordern. Kaum ein Journalist interessiert sich für den Tagesbetrieb eines Opernhauses, insbesondere sein Herzstück: das Betriebs- und Castingbüro. Soweit der Einfluss der Deutschen Opernkonferenz reicht, gibt es zwar die immer wieder gern beschworene Gagenhöchstgrenze von ...
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Die meisten amerikanischen Innenstädte umgibt ein Ring aus undefinierbaren Lagerhäusern, Autobahnauffahrten und heruntergewirtschafteten Gebäuden. Das ist auch in Kansas City so. Genau in diesem Milieu entsteht derzeit jedoch eines der aufregendsten und ambitioniertesten neuen Opernhäuser der Vereinigten Staaten.
Das neue «Metropolitan Kansas City Performing Arts...
Krisen nähren Utopien. Nicht wenige träumen wieder von einer gerechteren und menschlicheren Gesellschaft. Der amerikanische Präsident denkt laut über eine atomwaffenfreie Welt nach – Thomas Morus grüßt aus der Ferne. Was macht da ein Regisseur mit der Utopie von Erlösung durch Mitleid, wie sie Richard Wagner in seinem «Parsifal» formuliert hat? Zumal dann, wenn er,...
Richard Gill, Dirigent der neuen Oper «Rembrandt’s Wife» von Andrew Ford, gab vor der Uraufführung zu Protokoll, er finde es sehr «erfrischend, dass dieses Werk eines australischen Komponisten kein australisches Sujet behandelt». Das war durchaus schmeichelhaft gemeint. Denn wirklich liegen den meisten in Australien entstandenen Opern Themen zugrunde, die in Europa...
