Rossini: Der Barbier von Sevilla
Rossinis «Barbiere» wird, allen unter der heiteren Oberfläche verborgenen Abgründen zum Trotz, gern auf den Boulevard der unbekümmerten Lustbarkeiten geschickt. Wer Doktor Bartolo als gockeligen Trottel vorführt, Rosina als ein in Liebesdingen vollreifes Girlie präsentiert, Almaviva zum flotten Freier stilisiert und in Figaro die auf Verkupplungsgeschäfte spezialisierte Frohnatur erblickt, hat die Lacher auf seiner Seite.
Auf die Karte einer vornehmlich mit Slapstick-Effekten operierenden Pop-Commedia, die das 1816 uraufgeführte Stück aus dem Kontext der frühindustriellen Revolution in die medial formatierte Bilderwelt unserer postindustriellen Gegenwart katapultieren soll, setzen nun Timothy Coleman (Regie), Matthias Nitsche (Bühne) sowie Andreas Meyer und Wolfgang Scharfenberger (Kostüme) im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier. Kai Tietje, der sich vor allem als Kapellmeister der wieder einmal zur Disposition gestellten Neuen Philharmonie Westfalen (siehe Kommentar) beherzt für den Unterhaltungswert der von Beaumarchais geborgten Story engagierte, und die Hausdramaturgin Wiebke Hetmanek hatten dem Inszenierungsteam eine in knackigem Jargon gehaltene deutsche Fassung des ...
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Er liebt seine Jungen, vielleicht allzu sehr. Das verzeiht er sich nicht und quält sie, sucht die Berührung in der Aggression, stößt sie weg von sich, um sie danach umso zärtlicher wieder an sich zu drücken. Und den Neuen küsst er dort auf den Nacken, wo er ihm vorher einen blauen Fleck verpasst hat. Peter Grimes ist in der Innsbrucker Erstaufführung von Brittens...
Zur Feier des 80. Geburtstages von Pierre Boulez ist es ein Vergnügen, den «Spiegel» von 1967 (Nr. 40, 25. September) herauszusuchen. Schließlich ging dessen legendärer – einer redaktionellen Überspitzung entsprungener – Interview-Titel «Sprengt die Opernhäuser in die Luft!» in die Musikgeschichte ein. Was Boulez da sagte, ist nicht nur sehr unterhaltsam («Henze...
Wie sich die Titel gleichen: «Keine Angst vor neuen Tönen» nennt Ingo Metzmacher seinen engagierten, ganz persönlichen und unmittelbaren Wegweiser in die Welt der Musik des 20. Jahrhunderts; unter dem Motto «Who Is Afraid of 20th Century Music» veranstaltete und dirigierte der GMD der Hamburgischen Staatsoper – und designierte Musikchef der Amsterdamer Oper –...
