Große Gefühle
Herr Eichinger, Sie haben einmal gesagt, der Film sei Ihr Leben. Dass Sie sich auch für die Oper interessieren, war uns bisher nicht geläufig. Woher rührt dieses Interesse?
Wer sich professionell mit Film beschäftigt, muss viel von Musik verstehen. Es geht dabei ja nicht nur um den Soundtrack, sondern um ein Gefühl für Rhythmus. Jede erfolgreiche Filmerzählung hat einen bestimmten Rhythmus. Nur wenn der Rhythmus stimmt, funktioniert ein Film, und nur dann erreicht er auch das Publikum.
Bieten sich da nicht eher Jazz, Pop oder Rock als Referenzen an?
Ich habe vor meinem Einstieg in die Filmbranche tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, mein Geld als Musiker zu verdienen. Ich war damals Gitarrist in einer Rockband. Das Faible für klassische Musik und die Oper geht wohl auf mein Elternhaus zurück. Mein Vater war ein leidenschaftlicher Wagnerianer. Er schätzte vor allem die Spätromantiker: Bruckner, Strauss, ein bisschen Verdi – das waren die Komponisten, die den musikalischen Horizont meiner Kindheit beherrschten. Mein Vater spielte außerdem sehr gut Orgel, sein Medizinstudium hat er sich als Organist verdient. So gab es jeden Sonntag bei uns ein kleines Hauskonzert, wo er am Harmonium ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als der chinesische Schauspieler, Sänger, Tänzer und Regisseur Chen Shi-Zheng vor sechs Jahren am New Yorker Lincoln Center die vier Jahrhunderte alte Oper «Der Päonien-Pavillon» auf die Bühne brachte, ein ursprünglich fünfundfünfzig (!) Akte umfassendes Werk des chinesischen Monteverdi-Zeitgenossen Tang Xianzu (1550-1616), kam dies in der westlichen Musikwelt...
Eine Kneipe in Hannovers Südstadt. Tommi und Micha trinken Bier und reden. «Warum soll ich meine Autobiografie schreiben?», fragt Tommi. Micha, der große Bruder, weiß es: «Super Story, alles drin: schwere Kindheit, Kampf gegen die Krake Bürokratie, Drama, Liebe, Wahnsinn. Am Ende Triumph in Amerika.» Tommi ist skeptisch. Micha lässt nicht locker. «Dann schreib du...
Eigentlich ist es immer schade, wenn solch grandiose Musik ungehört bleibt. Wenn der magische Moment zwischen Kerker und dem Schlussakt der Freiheit ohne dieses rhapsodische Phantasiestück, das Ernst Bloch als eine utopische Erinnerung, eine Legende der erfüllten Hoffnung bezeichnete, auskommen muss; wenn Mahlers Eingebung, die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 in C-Dur in...
