Große Gefühle
Herr Eichinger, Sie haben einmal gesagt, der Film sei Ihr Leben. Dass Sie sich auch für die Oper interessieren, war uns bisher nicht geläufig. Woher rührt dieses Interesse?
Wer sich professionell mit Film beschäftigt, muss viel von Musik verstehen. Es geht dabei ja nicht nur um den Soundtrack, sondern um ein Gefühl für Rhythmus. Jede erfolgreiche Filmerzählung hat einen bestimmten Rhythmus. Nur wenn der Rhythmus stimmt, funktioniert ein Film, und nur dann erreicht er auch das Publikum.
Bieten sich da nicht eher Jazz, Pop oder Rock als Referenzen an?
Ich habe vor meinem Einstieg in die Filmbranche tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, mein Geld als Musiker zu verdienen. Ich war damals Gitarrist in einer Rockband. Das Faible für klassische Musik und die Oper geht wohl auf mein Elternhaus zurück. Mein Vater war ein leidenschaftlicher Wagnerianer. Er schätzte vor allem die Spätromantiker: Bruckner, Strauss, ein bisschen Verdi – das waren die Komponisten, die den musikalischen Horizont meiner Kindheit beherrschten. Mein Vater spielte außerdem sehr gut Orgel, sein Medizinstudium hat er sich als Organist verdient. So gab es jeden Sonntag bei uns ein kleines Hauskonzert, wo er am Harmonium ...
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Eine Musikkomödie als Nationaloper: So etwas gibt es nur in Dänemark. Carl Nielsens «Maskarade» (1906) hat nichts von schwerblütiger nordischer Spätromantik, sondern atmet den graziösen Geist des Settecento, entspricht damit genau dem Sujet, das von dem dänischen Molière Ludvig Holberg stammt. Die vorzügliche Decca-Aufnahme der Oper (1996) unter Ulf Schirmer hat...
