«Robot le diable»
Fast in Sichtweite des Hafens von Barcelona, über den eine Gondelbahn von halbem Eiffelturm-Imitat zu halbem Eiffelturm-Imitat führt, befindet sich ein schönes altes, dickwandiges Gebäude, in dem die Sociedad General de Autores y Editores (SGAE) residiert. In Zusammenarbeit von SGAE und Òpera de Butxaca i Nova Creació konnte man hier Ende Oktober Teil einer Konferenz zum Thema «Künstliche Intelligenz in der Zeitgenössischen Oper» sein.
In die Oper gehen wir, um menschliche Emotionen, mitreißende Sängerinnen und Sänger, zu erleben, um eine schlüssige Inszenierung mit treffenden Orten und Ideen, aus denen Handlungs- und Sinnpotentiale entspringen, zu sehen. Oder warum auch immer. Das Thema «Künstliche Intelligenz» bekommen wir mit unserer Lieblingskunstform «Oper» wohl erst einmal nicht zusammen. Hier – in der Arena der Emotionen – sollen Menschen inszenieren, singen – und im Orchestergraben musizieren. Im Hintergrund operieren technische versierte Menschen, die hoffentlich keine menschlichen Fehler machen. Sie bedienen Maschinen: Computer, Lichtanlagen. Aber künstliche «Intelligenzen»? In der Oper?
Komponistin Helena Cánovas Parés beschrieb im ersten Vortrag des zweiten ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Report Barcelona, Seite 60
von Arno Lücker
Es ist weder die Frauenkirche noch das Maximilianeum, nicht einmal das Dach des benachbarten Nationaltheaters. Wenn Vladimir Jurowski aus seinem Büro schaut , blickt er auf Balkone vor schicken Wohnungen. «Wahrscheinlich wohnt da gar keiner», sagt er schulterzuckend. Anlageobjekte also? Auch diese Aussicht wäre damit typisch münchnerisch.
Wie man sieht, muss sich...
Bei seiner Premiere am 8. Dezember 1718 an der Pariser Académie royale de musique fiel das Werk durch. André Cardinal Destouches’ «Sémiramis» wurde nach nur einem Monat abgesetzt – und erst dreihundert Jahre später beim Festival d’Ambronay erneut aufgeführt. Die Oper über die sagenhafte babylonische Königin scheint das Pariser Publikum, dessen Geschmack damals mehr...
Der Bühnenboden ist verkohlt, die Brautjungfern streuen Asche statt Blumen. Die Mainzer «Freischütz»-Inszenierung von Alexander Nerlich spielt auf verbrannter Erde. Kaspar und Max sind traumatisierte Kriegsheimkehrer mit Blut an den Händen. Der düstere Bühnenraum von Wolfgang Menardi zeigt drastische Spuren der Zerstörung. Die alte Erbförsterei ist eine Ruine, ihre...
