Rechte Kabale
Es sollte die letzte Festivalsaison des langjährigen Intendanten sein. Seit 1982 hatte Raymond Duffaut die Chorégies d’Orange geleitet, viele Sternstunden im antiken Amphitheater sind ihm zu verdanken. Doch sein Abschied kam früher als erwartet: Als der rechtsextreme Oberbürgermeister von Orange vor einigen Monaten seine Stellvertreterin als Vorsitzende des Verwaltungsrats durchsetzte, kündigte Duffaut mit sofortiger Wirkung.
Der zuvor bereits nominierte Nachfolger Jean-Louis Grinda, aktuell Intendant der Opéra de Monte-Carlo, war bereit, die Arbeit früher aufzunehmen als geplant, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Politik sich nicht einmischt. Die unerwünschte Vorsitzende trat zurück, die Chorégies 2016 konnten stattfinden. Ende gut, alles gut? Der nächste Krach mit der Stadtverwaltung, die immer wieder droht, dem Festival die Unterstützung zu entziehen, kommt bestimmt.
Als die «Butterfly»-Vorstellung am 9. Juli begann, war das unmusikalische Theater schnell vergessen, nun galt es nur noch Puccini. Dass der Abend besonders dem Komponisten zugute kam, war vor allem das Verdienst des Dirigenten Mikko Franck, der sich in den letzten Jahren zum heimlichen König der ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 102
von Christian Merlin
Mich treiben heut’ beim Frühstück zwei ganz große Fragen um. 1) Wenn Donald Trump beim Bad im Selbstbräuner zu ertrinken drohte, würde ich ihn retten? 2) Was ist eigentlich heutzutage der Sinn und Zweck von Festivals? Antwort 1 lautet nein. Antwort 2 ist kompliziert.
Neulich hab ich irgendwo gelesen, dass Großbritanniens ältestes Festival – Three Choirs – ins Leben...
Herr Puhlmann, wollen Sie in Mannheim an Ihre nach fünf Jahren abrupt beendete Stuttgarter Mission anknüpfen?
Stuttgart bleibt für mich unvollendet. Nach dem Schock, den so ein Ende natürlich für die Biografie bedeutet, habe ich die ersten freien Jahre auch genossen. Doch der Wunsch war immer da, ein Opernhaus zu leiten. Und jetzt freue ich mich auf Mannheim. Mein...
Was für ein Finale! Zum Ausklang der Spielzeit setzte das Teatro Real einen bemerkenswerten Schlusspunkt, mit einem gänzlich «unspanischen» Stück: Bellinis «Puritani». Es war weniger die Inszenierung Emilio Sagis, eines studierten Anglisten, die den Erfolg begründete – die Regie blendet die politisch-historische Dimension aus, interessiert sich allein für die...
