Quietschvergnügt

Gerald Barrys Oper «Alice’s Adventures Under Ground» auf CD

Opernwelt - Logo

Gerald Barry, Jahrgang 1952, ist der wohl bekannteste lebende E-Musik-Komponist Irlands. Er studierte bei Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und Friedrich Cerha. Elektronik und Spiritualität, Witz und Aktionismus – sowie souveränes Handwerk: So könnte man vielleicht die jeweiligen Haupt-Eigenheiten der drei genannten Komponisten, die diese wohl auch pädagogisch vermitteln konnten, benennen.

Stockhausen, Kagel und Cerha waren – beziehungsweise, den hochbetagten Cerha nicht zu vergessen: sind – dem Musiktheater verhaftete Komponisten und damit fast so etwas wie «Ausnahmen», in Anbetracht des sonstigen Musiktheater-Outputs von Komponistinnen und Komponisten des 20. Jahrhunderts. Wo sind denn noch die «großen» Opern-Uraufführungen, wo sind die veritablen Nachfolger-Werke von «Wozzeck» (Berg), «Die Soldaten» (B. A. Zimmermann), «Le Grand Macabre» (Ligeti) und «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» (Lachenmann)? Rihms schwulstige Bedeutungsschwarten überzeugen mich nicht – als immer zu lange, von schlechtem Formempfinden geprägte «Kraftpakete», die auch ein Richard Strauss so komponiert hätte, wäre er 120 Jahre alt (und ein immer schlechterer Komponist) geworden. Oder geht es im neu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2022
Rubrik: Hören, sehen, lesen, Seite 32
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Maximale Diskrepanz

Das erste Mal erregte der Regisseur Miloš Lolić in der deutschsprachigen Theaterlandschaft Aufsehen, als er beim Festival «Radikal jung» am Münchner Volkstheater seine in Belgrad entstandene Inszenierung von Falk Richters «Gott ist ein DJ» präsentierte. Das war 2011. Es folgten Arbeiten in Basel, Berlin, Düsseldorf, München und Wien – oft bildmächtige,...

Erfrischend natürlich

Wir wissen natürlich nicht, was genau sich da in der Einkaufstüte befand, als Papst Franziskus Anfang des Jahres einen römischen Schallplattenladen verließ. Dessen Besitzer gab lediglich bekannt, er habe seinem prominenten Kunden eine Schallplatte mit Musik von Mozart geschenkt. Wir hätten freilich für den klassische Musik liebenden Heiligen Vater schon das...

Schöne Schwäne

Thierry Tidrows Oper «Der Häßliche» nach dem gleichnamigen Theaterstück von Marius von Mayenburg (und auf ein Libretto von Manfred Weiß) trifft den Nerv der Zeit: In den Kinos lief parallel zur Dortmunder Uraufführung Karoline Herfurths Film «Wunderschön». Auch die Inszenierung von Zuzana Masaryk setzt sich – ernst, absurd, kurzweilig – mit Schönheitsidealen und...