Pures Vergnügen

Vivaldis «Giustino» mit ausgezeichneten Solisten und der Accademia Bizantina unter Ottavio Dantone

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Antonio Vivaldis Oper über den illyrischen Bauernsohn Giustino, der 518 den oströmischen Kaiserthron bestieg, ist ein bühnenwirksames Spektakel, das nach zahlreichen kriegerischen Verwicklungen und erotischen Intrigen schließlich zu einem Happy End führt. Der Librettist plünderte ein älteres Textbuch (das Händel erneut benutzen sollte), der Komponist übernahm die Hälfte der Arien aus früheren Werken. In ihnen klingt noch die bunte Opernwelt des venezianischen 17.

Jahrhunderts mit ihrem märchenhaft-fantastischen Zuschnitt nach, während die großen Da-Capo-Arien für Giustino und seine Frau Leocasta dem neuen, rationalistisch-moralischen Erfolgsmodell der neapolitanischen Seria folgen.

Aus der Not des Fledderns wird in diesem Fall eine Tugend und der Arienverschnitt, so der Vivaldi-Forscher Reinhard Strohm, zur «überzeugenden Oper», die die scheinbar zufälligen Fäden des Allegorischen, Exotisch-Fantastischen, Erotisch-Amourösen und Sentimentalen zu einer auch dramaturgisch runden Handlung bündelt. Wer noch mit der arg schablonenhaften Musik der gerade in Schwetzingen aufgeführten Vivaldi-Oper «La verità in cimento» im Ohr zur Neuaufnahme des «Giustino» unter der temperamentvollen ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 16
von Uwe Schweikert

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