Purcell: King Arthur
Aus Werbezwecken formuliert es das Koblenzer Theater ein bisschen brüsk: Im Internet firmiert «King Arthur» dort salopp als ältestes Musical überhaupt. Das ist – so zeigt die Inszenierung von Intendantin Annegret Ritzel zum Saisonauftakt – keineswegs als Beleidigung des Stückes gemeint: Gemeint ist vielmehr das Zusammenspiel aller Sparten des kleinen Theaters am Zusammenfluss von Mosel und Rhein.
Für diesen großen Auflauf hat Regisseurin Ritzel den Fundus der letzten Jahre umfassend geplündert (Kostüme: Gera Graf), und auf der Bühne fällt zusammen, was nicht zusammen gehört: «Aida» und «Nabucco» glaubt man mit Sicherheit wiederzuerkennen. Das Mysterienspiel ist auf eine Idee komprimiert: Krieg war und ist immer und überall. Diese Idee hält nicht allzu lange vor: Die Projektion von Bomberinvasionen auf einen Betonbunker wirkt im Zusammenspiel mit den knallbunten Kostümorgien ermüdend. Doch die Einbindung von Schauspielern – stark Madeleine Nische als blinde Emmeline – und die beachtliche Leistung aus dem Graben halten den langen Abend gut zusammen. Normalerweise spielt im kaum fünfhundert Zuschauer fassenden klassizistischen Theater in Koblenz die Rheinische Philharmonie – für King ...
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