Finaler Rettungsschuss
«Guillaume Tell» gehört zu den Schlüsselwerken der Operngeschichte des 19. Jahrhunderts. Rossini hat mit diesem 1829 für Paris komponierten Werk den entscheidenden Schritt über Spontini und Auber hinaus zu jenem Gesamtkunstwerk aus Wort, Musik, Tanz und Szene getan, das dann als Grand Opéra Schule machen sollte. Das von Rossini selbst entscheidend beeinflusste Libretto stellt den Tyrannenmord an Gesler in eine polyperspektivische Dramaturgie, die den patriotischen Massenszenen wie den liebevoll ausgemalten Genrebildern breiten Raum gibt.
Bei Rossini wird Tell – im Unterschied zu Schillers Schauspiel – von Anfang an als politischer Aktivist und Haupt der Verschwörung gegen die landfremden Habsburger gezeigt, das vom Volk verkörperte Ideendrama durch die private Liebeshandlung um den Schweizer Arnold und die österreichische Prinzessin Mathilde aber aufgeweicht.
Regisseur Andreas Baesler und sein Bühnenbildner Kaspar Zwimpfer haben bei ihrer Gelsenkirchener Inszenierung des Werkes den politischen Kern der Handlung herausgeschält und den Freiheitskampf der Älpler zugleich in einen ironischen Rahmen gestellt. Zu den Klängen der Ouvertüre projizieren sie Charles Girons Wandgemälde «Die ...
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Die Krise des CD-Marktes verschont auch die Opern Richard Strauss’ nicht: Obwohl gerade die Spätwerke wie «Die Ägyptische Helena», «Daphne» und «Danae» seit einigen Jahren eine Renaissance auf den Bühnen erleben, ist davon auf CD nur wenig zu spüren. Selbst Christian Thielemann, der wohl profilierteste Strauss-Dirigent unserer Tage, durfte bislang noch keine...
Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern. Erst der ehemalige Colón-Intendant...
Nach Siegfried Matthus’ «Die unendliche Geschichte» in der Spielzeit 2003/2004 setzt das Theater Hagen nun seine Anvancen an die Jugend erfolgreich fort: Die neue Saison begann mit den beiden thematisch eng verwandten Einaktern «L’Enfant et les sortilèges» von Ravel und Oliver Knussens «Wo die wilden Kerle wohnen». Die Regie lag in den Händen Ricardo Fernandos und...
