Prophetische Partitur

Wien, Conti: Don Chisciotte in Sierra Morena

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In Zusammenhang mit Raritäten stellt sich häufig die Frage, ob ein Werk nicht vielleicht doch zu Recht unter den Teppich des Vergessens gekehrt wurde. Bei Francesco Bartolomeo Contis Tragicommedia in fünf Akten «Don Chisciotte in Sierra Morena» kann man dies klar verneinen. Die Produktion der «Musikwerkstatt Wien» im Semperdepot bringt eine vergnügliche Begegnung mit einem 1719 in Wien anlässlich des Karnevals uraufgeführten, kompositorisch hochinteressanten Stück und ist szenisch und musikalisch so abwechslungsreich, dass dem Publikum trotz vierstündiger Spieldauer nie fad wird.


Huw Rhys James, Künstlerischer Leiter der Musikwerkstatt und Dirigent des Abends, stützte sich dabei auf die handschriftliche Partitur aus den Archiven der Österreichischen Nationalbibliothek. Die der Aufführung zugrunde liegende Urtextausgabe ist also nicht identisch mit der etwa von René Jacobs 2005 bei den Festwochen für Alte Musik in Innsbruck benutzten Fassung. Die Wiener Originalpartitur war nur für Streichorchester notiert, doch abwechselnd mit den Bezeichnungen «Tutti» und «Violini soli» versehen. James ging von der Annahme aus, dass weitere Instrumente den vierstimmigen Satz verdoppelten, und fügte ...

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Opernwelt April 2009
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Persché

Vergriffen
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