Prima la musica!

Vasily Barkhatov gehört zu den Regisseuren, die einen wachen Blick für die Partitur mitbringen. Die Oper musste er aber erst lieben lernen

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Einen 41-Jährigen noch als Nachwuchs-Regisseur zu bezeichnen, verbietet sich eigentlich. Und doch wird Vasily Barkhatov als solcher gehandelt, vielleicht auch deshalb, weil er mit seiner dramatischen weißblonden Mähne und den weichen Gesichtszügen wesentlich jünger wirkt. Die tiefe Sprechstimme dagegen überrascht.

Zum ersten Mal für Furore sorgte der 1983 in Moskau geborene Barkhatov 2016 mit seiner spektakulären Inszenierung von Bernd Alois Zimmermanns «Die Soldaten» bei den Wiesbadener Maifestspielen, seither inszeniert er an großen Häusern und fällt auf mit seinem Talent fürs Geschichtenerzählen, mit psychologischer Finesse, ausgeprägtem Sinn für Timing und präziser Personenführung. Barkhatov ist kein Regisseur, der seine Inszenierungen mit theorielastigen Meta-Ebenen überbaut oder Konzepte auf Millimeterpapier austüftelt. Er zählt weder zu den Trash-Fetischisten noch zu den Kleinrechnern großer Geschichten, ist aber immer auf der Suche nach heute gültigen Erzählungen.

Wir treffen uns zum Interview am Tag der Generalprobe für die Übernahme seines Duisburger «Holländers» nach Düsseldorf. Barkhatov erzählt, dass er zur Opernregie eher unfreiwillig kam. Die erste Liebe des Sohns ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Regine Müller

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