Im Dreieck über Kreuz

Händel: Orlando an der Oper Köln

Opernwelt - Logo

Kölner Opernproduktionen stemmen sich seit dem Auszug vom Offenbachplatz gegen die Not der Interims-Spielstätten. Im Staatenhaus funktionierte das recht gut, wenn die räumliche Charakteristik des Provisoriums mitgedacht wurde. Die nun angelaufene Spielzeit wurde von Intendant Hein Mulders jedoch in der als gesichert geltenden Annahme geplant, wieder an alter Wirkungsstätte spielen zu können, mit großer Bühne und neuer Technik. Daraus wurde bekanntlich nichts, wieder einmal musste sehr kurzfristig umdisponiert werden.

Daher sollten eigentlich mildernde Umstände gelten, wenn eine Premiere wie Händels «Orlando» als nur wenig spannende, aseptische Stilübung über die Bühne geht. Die Produktion ist eine Übernahme des spanischen Festivals Perelada, eine typische Reise-Inszenierung mit kompakt gebautem Bühnenbild, kleinem Cast und wenig Requisiten. Nun muss Minimalismus nicht per se ein Nachteil sein, Reduktion begünstigt oft Konzentration und Intensivierung, aber hier entsteht der Eindruck einer ästhetischen Beliebigkeit.

Dabei geht es um letzte Dinge, um Liebeswahn, Eifersucht, Ich-Verlust und fluide Geschlechteridentitäten. In Köln ist davon nichts zu sehen. Die Bühne ist ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Pioniertat

Wenn die Lichter im Saal erlöschen, löst sich aus dem Dunkel der Bühne eine Gruppe von sieben Menschen, die, mit Taschenlampen in den Händen, ins Theater eingedrungen ist, dort auf zerfledderte Noten, barocke Prospekte und alte Kostüme stößt und jetzt spielt, was ihr in die Hände fällt. Dieser improvisierende Beginn, bei dem sich Realität und Fiktion, Personen und...

TV, Streams, Kino 12/24

arte
01.01. – 00.35 Uhr
The Magic Flute - Das Vermächtnis der Zauberflöte
«Die Zauberflöte» in neuem Gewand: Florian Sigls Spielfilm zeigt Mozarts berühmtes Singspiel aus seinem Todesjahr als Fantasy-Abenteuer.

01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert aus dem Teatro La Fenice in Venedig
Der britische Dirigent Daniel Harding leitet Chor und Orchester des Teatro La Fenice...

Prima la musica!

Einen 41-Jährigen noch als Nachwuchs-Regisseur zu bezeichnen, verbietet sich eigentlich. Und doch wird Vasily Barkhatov als solcher gehandelt, vielleicht auch deshalb, weil er mit seiner dramatischen weißblonden Mähne und den weichen Gesichtszügen wesentlich jünger wirkt. Die tiefe Sprechstimme dagegen überrascht. Zum ersten Mal für Furore sorgte der 1983 in Moskau...