Postveristisches Tandem
Das wagemutige und entdeckungsfreudige Festival della Valle d’Itria hat im vergangenen Jahr zwei weitgehend unbekannte Nebenwerke von Pietro Mascagni und Umberto Giordano szenisch wiederentdeckt, die aus einer Zeit stammen, als sich beide Komponisten von ihren veristischen Anfängen längst losgelöst hatten. Die Mitschnitte auf CD, die jetzt bei Dynamic veröffentlicht werden, füllen eine echte Kataloglücke.
Mascagni steckte in einer künstlerischen Krise, als er den Kompositionsauftrag für Monte Carlo übernahm, wo «Amica» 1905 unter seiner Leitung und mit der jungen Geraldine Farrar, die damals noch auf dem Wege zum Weltruhm war, einen beachtlichen Premierenerfolg erlangte. Später geriet die Oper aber ganz in Vergessenheit und wurde erst vor einem Vierteljahrhundert in Holland wieder ausgegraben. 1995 erschien eine Produktion des Ungarischen Rundfunks mit Katia Ricciarelli auf CD, der Mitschnitt aus Martina Franca präsentiert «Amica» erstmalig in der französischen Originalfassung.
Das Libretto, das Mascagnis französischer Verleger Paul de Choudens unter dem Pseudonym Paul Bérel schrieb, scheint vordergründig an den Realismus der «Cavalleria rusticana» anknüpfen zu wollen. Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In der Regel singt der Mensch, um einen außerordentlichen Gefühlszustand auszudrücken – ein Umstand, den sich der Kunstgesang zunutze macht, speziell in der Oper. Wenn einer nun «Bitte ein großes Bier» schmettert, so handelt es sich entweder um einen säumigen Vokalisten, der die Bestellung in der Kantine dazu benutzt, um sich für die Probe einzusingen. Oder aber...
Ein tönender Überfall. Kopfüber stürzt sich das Orchestre philharmonique de Strasbourg in diesen «Fidelio». Das Fanfarenmotiv am Beginn der Ouvertüre: wie ein Startschuss, schnell, fast schon hastig, alles beiseite drückend, keinen Einwand duldend, basta. Der Straßburger Beethoven-Tonfall ist eher harsch, wie abgerissen, schmucklos drängend, ja, dringlich, Verve...
Damit hatte niemand gerechnet: Der Streit um den Umbau der Deutschen Staatsoper in Berlin hat sich zu einer gesamtdeutschen Staatsaffäre ausgewachsen, und die ganze (Feuilleton-)Republik redet mit. Seit die Ergebnisse des von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobten Wettbewerbs um die Sanierung der maroden Lindenoper Anfang Juni vorgestellt...
