Pop-psychedelische Space-Oper
Auf einem braunen Ledersessel, hinter einem großen Lenkrad, sitzt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille und Lederjacke. Mit einem türkischen Popsong auf den Lippen lenkt sie den fiktiven Bus an der Skyline einer Großstadt vorbei. Hinter ihr klammern sich zwei Männer und eine Frau an einer Haltestange fest und wippen schlecht gelaunt im Takt. Eine türkische Version des Musicals «Linie 1», könnte man denken. Doch dann der Plot-Twist: Der Bus hebt ab und kollidiert mit einem außerirdischen Planeten.
Dort erfahren die Weltreisenden von einem zweiköpfigen Papagei und einer digitalen Schutzmantelmadonna namens UmaXT, dass eine Geheimorganisation aus korrupten Politikern plant, die Erdbewohner ihrer wichtigsten Ressource zu berauben: ihrer Phantasie. Die Menschheit muss gewarnt werden! Zuvor muss aber der Minibus repariert werden. Und zwar mit Musik. Während Videoprojektionen psychedelische Farbströme zeigen, singen und tanzen die Gefährten so lange zu lebensbejahenden Beats, bis der kleine Transporter wie von Zauberhand wieder fahrtüchtig ist. Ein zünftiger Rave ist eben die Lösung für fast alle Probleme.
Leider wirkt das Bühnengeschehen von «Consistent Fantasy is Reality» genauso ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2025
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anna Schors
Auf den ersten Blick wirken seine Artefakte amorph, wie zerklüftet im Lauf der Jahre. Länger betrachtet lassen die scheibenartigen Skulpturen indes oft menschliche Gestalten erahnen, die mit der Zeit ihre Eigenart verloren haben: Gesichter, kaum noch erkennbar. Manchmal sind es derer sogar zwei. Nicht eben zufällig hat der britische Bildhauer Tony Cragg vor einigen...
Wie es im Maschinenraum der Welt tickt? E. T. A. Hoffmann hatte davon mehr als nur eine leise Ahnung, der reisende Enthusiast war bewandert in der Kunst des Unbewussten, Unterbewussten. Und er fühlte sich pudelwohl in jenen nietzscheanisch verschleierten Sphären, in denen alles, was der Fall ist, «tiefer als der Tag gedacht» wurde, und wo alle Lust Ewigkeit...
Axel Ranisch, das staunend-spielerische Kind mit Bart im Regiesandkasten, hat in Stuttgart wieder zugeschlagen. Pro -kofjews Oper «Der Spieler» nach Dostojewskis gleichnamigem Roman verdichtet die Handlung dramaturgisch geschickt: Eine vermeintlich feine, russische Gesellschaft vergnügt sich beim Glücksspiel. Der beim Marquis verschuldete General wartet auf die...
