Pop-psychedelische Space-Oper
Auf einem braunen Ledersessel, hinter einem großen Lenkrad, sitzt eine Frau mit dunkler Sonnenbrille und Lederjacke. Mit einem türkischen Popsong auf den Lippen lenkt sie den fiktiven Bus an der Skyline einer Großstadt vorbei. Hinter ihr klammern sich zwei Männer und eine Frau an einer Haltestange fest und wippen schlecht gelaunt im Takt. Eine türkische Version des Musicals «Linie 1», könnte man denken. Doch dann der Plot-Twist: Der Bus hebt ab und kollidiert mit einem außerirdischen Planeten.
Dort erfahren die Weltreisenden von einem zweiköpfigen Papagei und einer digitalen Schutzmantelmadonna namens UmaXT, dass eine Geheimorganisation aus korrupten Politikern plant, die Erdbewohner ihrer wichtigsten Ressource zu berauben: ihrer Phantasie. Die Menschheit muss gewarnt werden! Zuvor muss aber der Minibus repariert werden. Und zwar mit Musik. Während Videoprojektionen psychedelische Farbströme zeigen, singen und tanzen die Gefährten so lange zu lebensbejahenden Beats, bis der kleine Transporter wie von Zauberhand wieder fahrtüchtig ist. Ein zünftiger Rave ist eben die Lösung für fast alle Probleme.
Leider wirkt das Bühnengeschehen von «Consistent Fantasy is Reality» genauso ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2025
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Anna Schors
Zukunftsmusik hat immer eine Beziehung zur Musik der Vergangenheit. Die Volksoper Wien hat eine fortlaufende Reihe an Stücken begonnen, in der Formen des Erzählens im Musiktheater untersucht werden. Ausgangspunkt ist stets die Verschmelzung bereits existierender mit neu komponierter Musik.
Musik ist in dieser Reihe nicht nur Mittel, sondern immer auch Botschaft....
Eine todbringende Gesellschaft ist das, aber lustig anzusehen. Besondere Erheiterung schaffen jene beiden Pferde, welche die Omnibus-Kutsche, eine Vorform des öffentlichen Verkehrs, auf die Bühne ziehen. Die Pferde – nun, es sind keine Pferde, sondern Theatertiere, gespielt von Statisten, die ihre Wartezeiten in eher gekrümmter Körperhaltung und mit gewiss nicht...
Ach ja, die Liebe. Schwierige Angelegenheit. Wer mit ihr in Berührung kommt, begibt sich unweigerlich in große Gefahr (und kommt nicht selten darin um), wer ihr ausweicht, hat etwas Wesentliches im Leben außer Acht gelassen. Das wissen wohl auch Margarita und die Mädchen, wenn sie zu Beginn des zweiten Akts von Louise Bertins «Fausto» den Chor «Fuggite amor»...
