Und seine Seele schwebt hinauf zum Himmel
Wie es im Maschinenraum der Welt tickt? E. T. A. Hoffmann hatte davon mehr als nur eine leise Ahnung, der reisende Enthusiast war bewandert in der Kunst des Unbewussten, Unterbewussten. Und er fühlte sich pudelwohl in jenen nietzscheanisch verschleierten Sphären, in denen alles, was der Fall ist, «tiefer als der Tag gedacht» wurde, und wo alle Lust Ewigkeit erstrebte, «tiefe, tiefe Ewigkeit».
Spätestens mit dem sechsten seiner «Fantasiestücke in Callot’s Manier» betrat der psychologisch wie pathologisch versierte Dichter eine Landschaft, die ihm vertrauter war als vielen anderen Romantikern; diesbezüglich konnte ihm nur Justinus Kerner das Wasser reichen. Aber wozu hatte Hoffmann schließlich auch Schellings Studie «Von der Weltseele» und Gotthilf Heinrich Schuberts «Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft» gelesen?!
Sein Interesse galt von nun an in erster Linie dem «chronischen Dualismus», der Schizophrenie; multiple Persönlichkeiten und ihre wahn -hafte Selbstspaltung faszinierten ihn maßlos. Ein Beleg findet sich in den Bamberger Tagebüchern: «Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas; – alle Gestalten, die sich um mich herumbewegen, sind Ichs, und ich ...
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Jürgen Otten
Seit einer Produktion in Freiburg 1971 brauchte Maurice Yvains Erstlingsoperette «Ta Bouche» trotz Volker Klotz’ Lobeshymne im Standardwerk «Bürgerliches Lachtheater» mehr als ein halbes Jahrhundert, um erneut in einem deutschen Theater gespielt zu werden. Dabei hatte schon die Uraufführung am Pariser Théâtre Dannou 1921 eine ganze Reihe von Erfolgen nach sich...
Grimmig sieht er aus, der Licht- und Feuerbringer, von Schatten umgeben, verdüstert irgendwie. Doch liest man die Verse, die der Geheimrat Goethe seinem «Prometheus» in die Seele streute, muss man sich nicht wundern. Da fürchtet jemand um den Bestand der Erde, und weil er ein aufrichtiger Geist ist, gibt der an den Kaukasus geschmiedete Menschenfreund dem obersten...
Glucks am 18. Mai 1779 in Paris uraufgeführte «Iphigénie en Tauride» war nicht die erste französische Oper, die den Stoff des antiken Dramas von Euripides aufgriff. Fast auf den Tag genau 75 Jahre früher war an der Pariser «Académie Royal de Musique» das Gemeinschaftswerk von Henry Desmarest und André Campra herausgekommen. Der wegen seiner Liaison mit einer...
