Und seine Seele schwebt hinauf zum Himmel

Wolfgang Nägele forscht in «Les Contes d’Hoffmann» am Theater Bielefeld nach dem Un(ter)bewussten, Alexander Kalajdzic dirigiert mit Offenbachs Oper seine letzte Premiere als GMD

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Wie es im Maschinenraum der Welt tickt? E. T. A. Hoffmann hatte davon mehr als nur eine leise Ahnung, der reisende Enthusiast war bewandert in der Kunst des Unbewussten, Unterbewussten. Und er fühlte sich pudelwohl in jenen nietzscheanisch verschleierten Sphären, in denen alles, was der Fall ist, «tiefer als der Tag gedacht» wurde, und wo alle Lust Ewigkeit erstrebte, «tiefe, tiefe Ewigkeit».

Spätestens mit dem sechsten seiner «Fantasiestücke in Callot’s Manier» betrat der psychologisch wie pathologisch versierte Dichter eine Landschaft, die ihm vertrauter war als vielen anderen Romantikern; diesbezüglich konnte ihm nur Justinus Kerner das Wasser reichen. Aber wozu hatte Hoffmann schließlich auch Schellings Studie «Von der Weltseele» und Gotthilf Heinrich Schuberts «Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft» gelesen?!

Sein Interesse galt von nun an in erster Linie dem «chronischen Dualismus», der Schizophrenie; multiple Persönlichkeiten und ihre wahn -hafte Selbstspaltung faszinierten ihn maßlos. Ein Beleg findet sich in den Bamberger Tagebüchern: «Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas; – alle Gestalten, die sich um mich herumbewegen, sind Ichs, und ich ...

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Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Jürgen Otten

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