Polytheismus in Tönen

Febel: Benjamin Button am Landestheater Linz

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Selbst Enthusiasten Neuer Musik horchen beim Namen von Reinhard Febel nicht sofort auf. Der in Metzingen geborene, bei Klaus Huber sowie am Pariser Elektronik-Studio IRCAM ausgebildete Komponist wirkte lange als Professor am Salzburger Mozarteum. Neben vielen orchestralen und vokalen Werken gab es immer wieder mal ein Musiktheater, meist an literarischen Stoffen orientiert.

Nun also «Benjamin Button». Viele kennen den Film mit Brad Pitt, einige sicher auch die Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald. Der Plot ist so simpel wie verrückt.

Benjamin kommt als Greis zur Welt und durchlebt eine ständige Verjüngung, bis zum Tod im Kindbett. Reinhard Febel selbst hat für sein am Linzer Landestheater uraufgeführtes Musiktheater ein blitzgescheites, manchmal witziges, oft aber melancholisch angewehtes Libretto verfasst. Als Klammer dienen vier Kuscheltiere, die Benjamin zur Welt bringen, mit philosophischen Weisheiten und einer eigenen Farbdramaturgie aufwarten und ihn – nachdem Klein-Benji sie mit einem Spielzeuggewehr niedergemäht hat – am Ende wieder verabschieden.

Febels Stück spielt virtuos mit den Klangfarben und dem Idiom der jeweiligen Zeit – die Spanne reicht von 1860 bis zum Ende ...

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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Jörn Florian Fuchs

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