Zartbittersüßes Pralinen

Salieri: Cublai, gran kan de’ Tartari im Theater an der Wien

Opernwelt - Logo

Am Ende kratzte man sich den Kopf. Sicher, das kann bei Uraufführungen schon mal vorkommen. Aber es ist doch eine Seltenheit, dass immer auch das Gegenteil dessen zumindest nicht ganz falsch ist, was man zugunsten einer Aufführung sagen oder als Kritik an ihr einwenden möchte. Dieser Abend war gute drei Stunden lang lähmend und erfrischend, locker und verkrampft, fremdschamerregend und sympathisch, arg verblödelt und viel zu ernst. Nicht alles zugleich, aber immer wieder, in raschem oder auch schleppendem Wechsel.

Das ganze Leben also?

Wobei das mit der Uraufführung nicht ganz stimmt – und schon müssen ausschweifende Erklärungen losgehen. Richtig ist, dass Salieris «Cublai, gran kan de’ Tartari» 1788 in Wien über die Bühne hätte gehen sollen. Darin arrangiert der Mongolenherrscher Kublai Khan eine politisch motivierte Ehe zwischen seinem Sohn Lipi und der bengalischen Prinzessin Alzima. Das winzige Problem ist nur, dass Alzima und Kublais Neffe Timur einander lieben, während Lipi unter Einfluss seines intriganten Erziehers Posega zu allem herangewachsen ist, nur nicht zu einem geeigneten Thronfolger.

Macht aber nichts. Denn letztlich diente der mongolische Hof Salieri und seinem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 48
von Walter Weidringer

Weitere Beiträge
Zeit deines Lebens

Eine jede Zeit hat ihre Kulturkämpfe auszutragen, leider nicht immer zum Vorteil für die Beteiligten. Einer davon spielt sich gegenwärtig zwischen den Geschlechtern ab (nehmen wir einmal an, es gibt tatsächlich zwei – mit Abweichungen). Unsere dauererregte Öffentlichkeit führt es uns vor: Kein Tag vergeht, an dem nicht von «toxischer Männlichkeit» die Rede geht,...

An der Grenze des Verschwindens

Gerade noch hat Dramaturgin Sarah Grahneis umsichtig das gleich folgende Stück erklärt, mit dem Librettisten Händl Klaus über die Bedeutung des Textes wie die komplexe Musik von Georg Friedrich Haas gesprochen. Und schon geht es vom Foyer des Staatstheaters auf die Bühne und dortselbst auf eine Tribüne. Vor uns das Orchester, an den Flanken positioniert, in der...

Das Stück Roland Schimmelpfennig schreibt die antiken Theben-Stücke neu und schließt mit «Laios» eine Lücke.

ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung

DEUTSCHLAND

Aachen
Theater Aachen

www.theateraachen.de 
- nach Britten/Samawatie, Curlew Love Songs: 4. (P), 11., 14., 16., 18. ML+C: Klomp, I: Jakob, Schmalz, Steeb, B: Gimpel, K: Krause
- Mozart, Zaïde (Fragment)/Czernowin, Adama: 5., 20.

Alt...