Politshow
Von allen Werken Wagners bereitet der «Lohengrin» heute die größten Schwierigkeiten. Wagner hat hier ein Bündel an Motiven – Künstlerdrama, Polit-Parabel, Utopie einer herrschaftsfreien Gemeinschaft – zum Weltanschauungstheater vereint. Die ideologische Umpolung in der jüngsten Vergangenheit, bis hin zur Gleichsetzung des Schwanenritters mit Hitler, drohte das Stück vollends zu diskreditieren – umso mehr, als nicht nur der Stoff, sondern auch die Musik mit ihren Fanfaren und Aufmärschen zum Missbrauch einlud.
Tilman Knabe ist in seiner Deutung des Stücks am Mannheimer Nationaltheater nicht der Versuchung erlegen, sich auf die Seite des Rein-Menschlichen zu retten, sondern hat sich der szenisch nur schwer entwirrbaren Gemengelage von Ideologie und Politik
gestellt. Sein «Lohengrin» spielt in der Mediendemokratie von heute – in einem Fernsehstudio, in dem sich die Protagonisten theatralische Redegefechte liefern. Das mitspielende Volk ist auf die Zuschauerbänke verwiesen – es akklamiert, johlt, lacht und dies in einem Ausmaß, das immer wieder die Grenzen des musikalisch Zulässigen überschreitet und am Ende des ersten Akts in ein kollektives Besäufnis ausartet, bei dem Konfettiregen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Uwe Schweikert
Der Not gehorchend, aber alles andere als eine Notlösung: Weil der Orchestergraben keine 77 Musiker fasst, hat sich Hausherr Martin Schüler für das 1908 erbaute Jugendstiltheater einen «Ring des Nibelungen» einfallen lassen, der etwas anders ist als alle anderen Aufführungen und dennoch Wagners Vorstellungen insofern entspricht, als in Cottbus tatsächlich einmal...
ARTE
1.5. – 6.00 Uhr
Ein Pianist lädt ein.
Konzert von Leon Fleisher im Pariser Salon der Fondation Singer-Polignac. Werke von Bach, Chopin, Debussy und Schubert.
1.5. – 10.10 Uhr
4./10./16.5. – 6.00 Uhr
17.5. – 5.55 Uhr
27.5. – 6.05 Uhr
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro.
Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe.
1.5. – 11.00 Uhr
8.5. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit...
New York ist für Rossinis «Le Comte Ory» kein Neuland: Nachdem Thomas Schippers die Oper 1962 mit den Philharmonikern und Solisten wie Judith Raskin (Adèle), Shirley Verrett (Isolier) und Norman Treigle (Gouverneur) auf den Spielplan gesetzt hatte, fand das Werk 1979 auch in das Repertoire der City Opera Eingang, geadelt durch so ausgewiesene Rossini-Interpreten...
