Ganze Sache

Cottbus: Wagner: Siegfried

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Der Not gehorchend, aber alles andere als eine Notlösung: Weil der Orchestergraben keine 77 Musiker fasst, hat sich Hausherr Martin Schüler für das 1908 erbaute Jugendstiltheater einen «Ring des Nibelungen» einfallen lassen, der etwas anders ist als alle anderen Aufführungen und dennoch Wagners Vorstellungen insofern entspricht, als in Cottbus tatsächlich einmal die «Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» erfahrbar wird. Das Philharmonische Orchester hat der Intendant auf der Bühne platziert, vom eigentlichen Geschehen zumeist durch einen durchsichtigen Gaze-Vorhang abgeteilt.

Davor inszeniert er den zweiten Tag der Tetralogie keineswegs als «halbe» Sache, wie es das schmückende Beiwort «semiszenisch» zu suggerieren scheint. Sein «Siegfried» erweist sich vielmehr als ein Scherzo, das nicht zuletzt das Publikum in die Aktion einbezieht: Um Hilfe heischend, wendet sich Mime wie selbstverständlich an den nächstbesten Zuschauer, als ihm die Fragerei des Wanderers langsam auf die Nerven geht – und der sitzt, durch keinen Graben vom Geschehen getrennt, bekanntlich in der ersten Reihe.

Was nicht heißt, dass es der Aufführung an Ernsthaftigkeit mangelt. Aller Situationskomik zum ...

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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Hartmut Regitz

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