Pochende Herzen, heulende Hunde, russische Mafiosi
Klingt gut. Kurze Stücke zeitgenössischer Komponisten, frisch aus dem Laptop, professionell produziert. Zeitopern für Leute, die mit Covent Garden eher Gaukler, Straßenmusikanten und Cafés als die Stars im hohen Haus assoziieren. Einer solchen Klientel kann man nicht mit Adès oder Birtwistle kommen, glaubt das fürs Linbury, die Werkstattbühne der Royal Opera, verantwortliche ROH2-Team um Alison Duthie. Man will sie aber haben.
Und legte in der vergangenen Spielzeit deshalb unter dem knalligen Motto «Operashots» ein Programm auf, das vor allem mit etablierten Namen aus Pop, Film und Fernsehen lockt. Stewart Copeland zum Beispiel, der für die Reihe Edgar Allan Poes Gruselstory «Das verräterische Herz» zu einem 35-Minuten-Kammerspiel verarbeitete, war Mitgründer und Drummer der New-Wave-Band The Police. Terry Jones, Autor und Regisseur des «Doctor’s Tale», mischte im legendären Komiker-Septett «Monty Python’s Flying Circus» mit. Die Noten zu seiner Moral-Groteske steuerte Anne Dudley bei, eine in England höchst erfolgreiche Arrangeurin, die unter anderem Songs für Paul McCartney, Elton John oder die Pet Shop Boys aufpeppte und Soundtracks schreibt. Easy does it, doesn’t it?
Bisher ist ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Albrecht Thiemann
Herr Valentine, Sie haben mit Ihrer Dauerpräsenz im Musiktheater quasi ein neues Fach kreiert: den Opernschauspieler.
Ich halte nichts von solchen Etiketten. Mir geht es darum, am Rand zu bleiben. Für Schauspieler ist es immer gut, Distanz zu wahren.
Empfinden Sie es als Vorteil, nicht im Opernsinne singen zu können?
Für mich ist Sprache Musik. Das kann man gar nicht...
ARTE
1./7./13.6. – 6.00 Uhr
Arturo Benedetti Michelangeli
spielt Debussy: Préludes.
2.6. – 6.05 Uhr
8.6. – 6.00 Uhr
14.6. – 6.10 Uhr
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro.
Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe.
3.6. – 6.00 Uhr
Thomas Quasthoff singt
Mahler: Kindertotenlieder. Sächsische Staatskapelle Dresden, Zubin Mehta.
3.6. – 16.20 Uhr
Die Pariser Opéra Garnier.
Dokume...
Man kann sich bei Barrie Kosky auf einiges verlassen: seinen Hang zur Überbetonung, zum Showhaften, zum Gag. Aber mit ein bisschen Glück mischt sich zum Glamour auch die starke Geste, zum Vorlauten auch das stille Moment.
Für Letzteres ist im hannoverschen «Ring», der jetzt mit «Siegfried» in die Zielgerade einbiegt, vor allem das stumme Erda-Double zuständig:...
