Pioniertat mit Referenzcharakter
Seit die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli ihr binnen kurzem zum Bestseller avanciertes Vivaldi-Recital vorstellte, ist das Interesse an den musikdramatischen Werken des «roten Priesters» sprunghaft angestiegen. Und schon lange beschränkt sich die Wiederentdeckung Vivaldis als Opernkomponist nicht mehr auf die Veröffentlichung erlesener Arien-Paraden.
Das französische Label naïve etwa treibt, beflügelt von der öffentlichen Resonanz, mit Macht eine groß angelegte Vivaldi-Edition voran, in der zuletzt eine Einspielung des «Tito Manlio» erschienen ist – ein 1718 in Auftrag gegebenes «Dramma per musica», das nahezu zeitgleich bei cpo herauskam (siehe OW 2/2006). Zuvor hatte Virgin bereits das späte Pasticcio «Bajazet» (1735) erstmals auf Tonträger dokumentiert – eine Arbeit, für die Vivaldi im Wesentlichen Stücke aus früheren Werken oder Arien anderer Komponisten recycelte (siehe OW 5/2005). Auch der Branchenprimus Universal wollte da nicht tatenlos zuschauen: Nach einer Studioproduktion der Serenade «Andromeda liberata» legte die Archiv Produktion nun die erste Gesamtaufnahme jener im November 1733 uraufgeführten Oper «Motezuma» vor, die erst 2002 von dem jungen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Frau Pieczonka, Sie stammen aus Kanada. Ihr Name deutet eher auf Osteuropa.
Stimmt. Mein Vater ist gebürtiger Pole. Er ist 1938, also kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Meine Mutter ist Kanadierin. Solche Verbindungen sind dort, ähnlich wie in den USA, ganz normal. Die kanadische Gesellschaft ist eine Gesellschaft...
Der Terror-Chef rast: Die allzu schöne Überläuferin erwies sich als lauwarm. Nichts ist’s mit der Revolution, stattdessen spielen wieder mal die Gefühle verrückt. Da hilft nur die Hinrichtung. Liebe und Tod liegen nah beieinander, aber am Ende siegt nicht die Internationale, sondern – die Musik.
Natürlich siegt sie, denn Mozart hat sie geschrieben. Aus «Zaïde», dem...
Kaum war im Herbst 2004 bekannt gegeben worden, dass Sony Classical Chef Peter Gelb die New Yorker Metropolitan Opera übernimmt, arbeitete die Gerüchteküche auf Hochtouren: Der neue General Manager werde das Heiligtum entweihen (riefen selbsternannte Tempelhüter), das Hohe Haus gar mit Musicals kommerzialisieren, um schnelle Dollars zu machen. Den Ausverkauf der...
