Neue Stücke, neue Maestri
Kaum war im Herbst 2004 bekannt gegeben worden, dass Sony Classical Chef Peter Gelb die New Yorker Metropolitan Opera übernimmt, arbeitete die Gerüchteküche auf Hochtouren: Der neue General Manager werde das Heiligtum entweihen (riefen selbsternannte Tempelhüter), das Hohe Haus gar mit Musicals kommerzialisieren, um schnelle Dollars zu machen. Den Ausverkauf der Oper fürchteten die Puristen, die sich nichts Schöneres als den Status quo der Met denken können. Andere versprachen sich von der Berufung des Zweiundfünfzigjährigen eine Erneuerung und frischen Wind.
Jetzt hat Gelb, der in diesem Sommer sein Amt antritt, Pläne für die kommenden Spielzeiten vorgestellt. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem längst von jedem Opernhaus der Welt beschworenen und kaum konkret fassbaren «neuen, jungen Publikum» zu, das das seit dem 11. September 2001 unter schlechten Auslastungszahlen leidende Haus mit seinen fast viertausend Plätzen wieder füllen soll. Statistisch gesehen ist der durchschnittliche Met-Besucher um die sechzig Jahre alt und hat ein jährliches Einkommen von einhunderttausend Dollar. Ohne sein Stammpublikum zu vergraulen, will Gelb nun ein breiteres Spektrum an Stücken anbieten, ...
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