Pesaro lebt
Wie alle italienischen Festivals, so hat auch Pesaro beschlossen, auf jeden Fall ein (wenngleich reduziertes) Programm anzubieten, mit einer Produktion im Teatro Rossini und verschiedenen Open-Air-Konzerten auf der Piazza del Popolo; dort wurde eine Bühne gebaut, die aufgrund der geltenden Hygieneauflagen 600 statt der üblichen 1000 Besuchern Platz bot. Im Teatro Rossini (850 Plätze) war die Kapazität auf 180 Sitze begrenzt, die, weil das Orchester im Parkett spielte, auf sämtliche Logen verteilt waren.
Für die 41.
Ausgabe wurde «La cambiale di matrimonio» ausgewählt, Rossinis erste Oper (Venedig, 1810). Regie führte Laurence Dale, die musikalische Leitung des Orchestra Sinfonica G. Rossini übernahm Dmitry Korchak. «La cambiale» ist, in Anlehnung an ähnliche Stücke dieser Art beispielsweise von Giovanni Simon Mayr, eine formidable Farce: Tobia Mill bietet seine Tochter Fanni einem reichen Geschäftsmann (Slook) aus Kanada zum Kauf an; diese ist jedoch in den armen Edoardo Milfort verliebt. Fanni und Edoardo gestehen Slook ihre Liebe, und siehe da: Dieser, berührt und überrascht ob der rustikalen europäischen Sitten, ernennt Edoardo zu seinem Erben, verzichtet auf Fanni und erlaubt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Guy Cherqui
Lullys letzte, 1686 uraufgeführte Oper «Armide» überdauerte alle Stürme der Zeit und stand bis 1766 regelmäßig auf dem Spielplan der Pariser Opéra – in freilich zunehmend übergriffiger Bearbeitung, bis ihr schließlich Glucks Opernreform, wie der französischen Tragédie en musique insgesamt, das Lebenslicht ausblies. Als Gluck dann 1777 das Sakrileg beging, Philippe...
Metronome klicken und klacken gleich einer kakophonischen Fuge. Die jeden Klavierschüler nervenden Dinger lernen laufen, unter Wasser sogar, wo sie auf den grimmig dreinblickenden Herrn Beethoven treffen, der just hier unten, in den Tiefen des Rheins, der fernen Geliebten in diversen erotischen Unterwasserstellungen näherkommen darf, als es da oben auf Erden...
Am schlimmsten sind die Wutbürger. Kläffen sich die Seele aus dem Leib, sobald der Vorhang fällt, in der Hoffnung, man werde ihnen die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Und, so betrüblich es ist: Es funktioniert. Der ganze Saal blickt sich um, wenn aus den oberen Rängen, wo die Schreidackel bevorzugt sitzen, das niederschmetternde «Buh» auf die armen Künstler,...
