Personalien, Meldungen 5/25
JUBILARE
In eine bestimmte Schublade lässt sich Enjott Schneider (eigentlich Norbert Jürgen Schneider), der am 25. Mai seinen 75. Geburtstag feiert, kaum einordnen. Eher erscheint er als Universalist, der sich um etwaige Grenzen zwischen E- und U-Musik nicht schert, der sich nicht aufhält mit einer Unterscheidung von Kunst- und Gebrauchsmusik, der zahlreiche Film- und Fernsehmusiken komponiert hat («Schlafes Bruder», «Tatort» oder «Hessen von oben»), aber auch Symphonien und Stücke für die Bühne.
Die reichen von «nullvier – keiner kommt an Gott vorbei», einem Musical zum 100. Geburtstag von Schalke 04 bis hin zu den Opern «Fürst Pückler» oder «Bahnwärter Thiel» nach Gerhart Hauptmanns Novelle (uraufgeführt jeweils in Görlitz). Als Kirchenmusiker (und -komponist) trat der in Weil am Rhein geborene Schneider ebenso hervor wie als Publizist. Bei Hans Heinrich Eggebrecht in Freiburg hatte er einst in Musikwissenschaft promoviert. Schneider war in der Hochschullehre tätig, aber auch als Präsident des Deutschen Komponistenverbandes und als Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA. Zum Geburtstag wünschen wir alles Gute.
80 Jahre alt wird der Tenor Thomas Moser, der in Richmond, Virginia, zur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Service, Seite 68
von
Walter Braunfels traf mit seiner Parabel «Die Vögel» 1920 den Geschmack der Zeit. Sein «lyrisch-phantastisches Spiel» entwickelte sich rasch zum Kassenschlager und wurde bis in die 1930er-Jahre sogar häufiger gespielt als Strauss’ Erfolgsopern. Doch Braunfels galt als «Halbjude», und so endete mit der Machtübernahme der Nazis nicht nur seine Karriere als...
Es gehört zum Wesen von Mieczysław Weinbergs Oper «Die Passagierin», dass sie eine Zumutung ist für die Routine des Opernbetriebs. Wer das Stück anschaut, wird sich fragen müssen, ob er einen Satz wie «Du darfst nicht denken, dass ich beteiligt war am Massenmord» oder auch nur das Wort «Auschwitz» in klassischem, also einer traditionellen Ästhetik verpflichtetem...
Natürlich muss man, fällt der Begriff der «Heimat», sogleich an Edgar Reitz denken, an sein epochales Filmepos gleichen Namens. Und natürlich hält die philosophische Literatur jede Menge schlaue Sentenzen zu diesem Topos bereit. Etwa die des stets heimatverbundenen, urdeutschen Denkers Martin Heidegger. In seinem Hauptwerk «Sein und Zeit» sinniert er über unser...
