Personalien, Meldungen 1/2023
JUBILARE
In trüben Tagen, nämlich exakt zehn Tage vor Hitlers «Machtergreifung» (also am 20. Januar 1933), wurde Barbara Scherler in Leipzig geboren. Scherler studierte Gesang in Berlin und feierte 1959 mit 26 Jahren ihr Debüt an der Staatsoper Hannover, wo sie den Cherubino in Mozarts «Le nozze di Figaro» gab. Nach ihrem Engagement im Ensemble des Hauses in der Niedersächsischen Hauptstadt wechselte sie an die Kölner Oper und war ab 1968 Mitglied im Ensemble der Deutschen Oper Berlin.
Neben ihrer Bühnenarbeit machte sich Scherler auch einen Namen als Tonstudio-Künstlerin, so sang sie die jeweils tragenden Rollen von Bergs Opern «Lulu» und «Wozzeck» unter der Leitung von Karl Böhm. Viele weitere Aufnahmen kamen hinzu. Dabei nahm vor allem das Repertoire des 20. Jahrhunderts eine ganz besondere Bedeutung ein. Bemerkenswert ist beispielsweise die Produktion von Schrekers «Der ferne Klang» mit dem damaligen Radio-Symphonie-Orchester Berlin (heute: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin) unter der Leitung von Gerd Albrecht im Jahre 1990. Eine bedeutende Sängerinnenlaufbahn! Am 20. Januar 2023 wird Barbara Scherler nun 90 Jahre alt. Wir wünschen von Herzen alles Gute!
Myung-Whun Chung k ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Service, Seite 56
von
Frau Signeyrole, lieben Sie Camus?
Natürlich liebe ich ihn! Meine Mutter stammt – wie er – aus Algerien. Und sie hat ihre Abschlussarbeit in Literatur über Camus geschrieben. Auch ich kenne seine Bücher sehr gut, und schon als Jugendliche habe ich über Herkunft und Erinnerung nachgedacht, Themen, die Albert Camus ein Leben lang faszinierten – was auch ein Grund...
In der Bühnenmitte steht eine Art Auge, Linse oder Fokus, darin dreht sich zuweilen Fortunas Rad, meistens aber öffnet sich eine Aussicht, auf das Meer zum Beispiel. Von rechts und links ragen Kulissen hinein wie im Barocktheater, aber sie sind schon ein bisschen beschädigt und ruiniert – als hätte man sie irgendwo gefunden und würde sie jetzt wiederverwenden.
Das...
Große Romantische Oper in drei Aufzügen» – so untertitelte Richard Wagner seinen «Fliegenden Holländer» (1843). «Romantik»: Das könnte in diesem Falle auf «Dunkelheit», «Nebel» und «Traum» verweisen. «Wüsst ich, ob ich wach‘ oder träume?» – so fragt schon Daland im ersten Aufzug. Die Geschichte ist doch recht platt: Ein Untoter (der Holländer) will endlich...
