Performer (und Publikum) gesucht
Diesem Mann ist nicht zu trauen: Barett kommt als Butler in Tonys Haushalt. Zunächst gibt er ganz den Diener, doch nach und nach wirft er die servile Haltung ab, verführt seinen Herrn, entreißt ihn den Händen seiner Freundin (Sally Grant) und bekommt ihn schließlich – ins Bett. Wenn Alexey Bogdanchikov als Barett seinen breiten Bariton einsetzt, unterwürfig auf den Boden schaut, um schließlich mit diabolischem Grinsen, vorgeschobenem Unterkiefer und blitzenden Augen zu triumphieren, könnte einem ein Schauer über den Rücken laufen.
Das soll er auch, denn hier geht es nicht nur darum, eine gute Stimme zur Schau zu stellen, sondern ein echter «Performer» zu sein, ein Darsteller, der genau so gut spielen wie singen kann – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die man im Opernbetrieb aber häufig schmerzlich vermisst. Die Kammeroper «The Servant» von Marco Tutino war eine der fünf Produktionen, die im November auf dem Opernfestival «Armel» im südungarischen Szeged gezeigt wurden.
Es ist bereits die dritte Ausgabe dieses Festivals, das zugleich als Wettbewerb konzipiert ist, bei dem die besten Sängerdarsteller ermittelt werden sollen. Direktorin Agnes Havas, die in Budapest die kleine ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Udo Badelt
Eine Gagenhöhe kursiert, die niemand bestätigen möchte. Auch wir sind natürlich weit davon entfernt, sie als Faktum zu begreifen. Aber wenn sie nicht stimmt, so wäre sie doch gut erfunden. Denn es geht um eine Tendenz. Konkret: Im kommenden Sommer wird Anna Netrebko zusammen mit ihrem Lebensgefährten Erwin Schrott und dem Tenor Jonas Kaufmann drei Konzerte in...
Überraschen müsste nicht die späte Einsicht, die hier mitgeteilt und begründet wird. Überraschen müsste, dass es dazu so spät erst kommt. Immerhin liegt, worum es hier geht, schon mehr als hundert Jahre zurück, ohne dass es historisch verjährt wäre. Ob die Einsicht – falls sie denn überhaupt einleuchtet – zu heutigen Konsequenzen führen wird, bleibt abzuwarten....
Es ist äußerst verlockend, der These zu folgen, die Juan Batista Otero im Beiheft zu seiner Einspielung von Martín y Solers «Il sogno» entwickelt. Einen freimaurerischen Subtext vermutet der spanische Opernentdecker in der szenischen Kantate, die aller Wahrscheinlichkeit nach im August 1789 am Wiener Hof uraufgeführt wurde, und führt dafür eine ganze Anzahl...
