Aufruhr in Arkadien

Juan Batista Otero entdeckt zwei szenische Kantaten des Mozart-Konkurrenten Vicente Martín y Soler

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Es ist äußerst verlockend, der These zu folgen, die Juan Batista Otero im Beiheft zu seiner Einspielung von Martín y Solers «Il sogno» entwickelt. Einen freimaurerischen Subtext vermutet der spanische Opernentdecker in der szenischen Kantate, die aller Wahrscheinlichkeit nach im August 1789 am Wiener Hof uraufgeführt wurde, und führt dafür eine ganze Anzahl Indizien in Libretto und Musik an.

Sollte das gedämpfte Grollen des Sturms, der über dem arkadischen Handlungsschauplatz aufzuziehen droht, ein Widerhall der französischen Revolution sein? Wäre das feierlich erwartungsfrohe Schlussterzett der scheinbar so harmlosen Nymphen-Story mit seiner Beschwörung eines «neuen Tages» ein versteckter politischer Appell an die Regierenden? Beweisbar ist das alles natürlich nicht, aber zumindest nicht unwahrscheinlich, zumal Martín y Soler in diesem Fall mit Lorenzo Da Ponte einen durchaus politisch denkenden Textdichter zur Verfügung hatte. Und warum sollte sich das Gefühl der nahenden Zeitenwende nur in der Musik Mozarts und nicht auch bei seinen unmittelbaren Konkurrenten spiegeln?

Denn musikalisch ist Martíns Kantate ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass das künstlerische Reizklima des ...

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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 18
von Jörg Königsdorf

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