Per aspera ad astra
Blutrünstig ist sie, diese Familiengeschichte. Getränkt von Unausweichlichkeit, gelenkt von blindem Schicksal. Die Rede ist von «Thebans», einem Auftragswerk der English National Opera in Kooperation mit dem Theater Bonn. Der Londoner Komponist Julian Anderson und sein Librettist Frank McGuiness haben Sophokles’ drei Theben-Tragödien «König Ödipus», «Antigone» und «Ödipus auf Kolonos» auf drei Akte kondensiert.
Er sperre sich gegen Schubladen, erklärt Anderson im Gespräch über seinen Opernerstling.
Heute seien ohnehin alle Mittel schon besetzt, es komme darauf an, sie auf eigene Art zu verwenden. Eine kraftvolle, dramatische und vor allem ungeheuer heterogene Partitur ist es geworden, die aus einem großen Fundus schöpft.
Der erste Akt ist der Vergangenheit gewidmet. Fünfzig Minuten dauert er, so lang wie die beiden anderen zusammen. Tom Pye hat für Regisseur Pierre Audi einen Raum aus rauen Steinen geschaffen, in dem weiß gekleidete Thebaner apathisch auf Stufen kauern. Um eine Seuche abzuwenden, müssen sie den Mörder von König Laios finden. Der Prophet Teiresias klagt Ödipus an; wie dieser unwissend seinen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten konnte, erfahren wir aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Wiebke Roloff
Sehen sie nicht alle irgendwie geklont aus? Die Damen hinter den neonbeleuchteten Schaufenstern im Amsterdamer Rotlichtbezirk tragen uniform Perücken, sitzen, wenn überhaupt, in engem Latex da, blicken ausdrucklos unter dicken Makeup-Schichten oder zeigen totaloperierte Brüste. Und in dieser Gegend neben dem Hauptbahnhof scheint auch Àlex Ollé seine ästhetischen...
Zwölf Tage nach dem 300. Geburtstag des Jubilars ist es wieder so weit: Zum fünften Mal wird in und um Nürnberg herum das Werk Christoph Willibald Glucks im Zentrum der Internationalen Gluck Opernfestspiele stehen. Den Auftakt im Nürnberger Schauspielhaus macht eine konzertante Aufführung der «Iphigénie en Aulide» in der Wagner-Fassung (Opéra Nizza, Philippe...
Pietro Metastasios Libretto «La clemenza di Tito» zählt zu den am häufigsten vertonten Operntexten des 18. Jahrhunderts. Im Repertoire gehalten hat sich aber nur Mozarts Adaption, für die Caterino Mazzolà den Text Metastasios stark überarbeitete.
Als Christoph Willibald Gluck 1752 seine Fassung des Librettos für Neapel vertonte, erlaubte er sich zwar auch einige...
