Pariser Leben
Kommt man nach einiger Zeit wieder nach Paris, so ist man erneut gepackt von der Schönheit, Pracht, Vitalität und Dynamik der Stadt. Die trostlosen Fernsehbilder menschenleerer Straßen während des Lockdowns noch im Gedächtnis, ist man schier perplex, wie rasant das öffentliche Leben wieder Fahrt aufgenommen hat, nicht nur im gewohnt tosenden Verkehr. Auch die Restaurants sind gut gefüllt. Die Maskenpflicht freilich wird weitgehend erfüllt. Und ein Eindruck wird nicht minder bestätigt: Das architektonische Nebeneinander von Mittelalter, Renaissance, 19.
Jahrhundert, Moderne und quasi futuristischer Gegenwart dürfte in kaum einer anderen Metropole überboten werden. Ein Beispiel: das gigantisch geschwungene Dach des Forum des Halles (2016) und die spätgotische Kirche St. Eustache. Les extrèmes se touchent.
Walter Benjamins «Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts» hatte nicht anlasslos zur Reise bewogen, galt es doch, gleich zwei für Frankreich zentrale Zentenarjubiläen zu feiern: den 200. Todestag Napoleons und den 100. von Camille Saint-Saëns. Bonaparte und den ungemein vielseitigen nachromantischen Klassizisten und kompositorischen «Alleskönner» zusammenzubringen, hatte indes nicht nur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Gerhard R. Koch
«Fuck! This sucks. This sucks balls. This is shit. This is fucking shit!», ruft der Bariton beziehungsweise die Figur B zu Beginn – was man halt so lernt im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Denn für dieses hat Miroslav Srnka gemeinsam mit dem Librettisten Tom Holloway eine Oper entwickelt, die bereits sein bereits drittes abendfüllendes Auftragswerk unter...
Die größten Tyrannen finden wir bei William Shakespeare. Leontes, von Eifersucht zerfressen, Richard III., der Fieseste von allen, ferner einige der Heinrichs, Claudius, Julius Caesar, Titus Andronicus. Sie alle zeichnet ein untrüglicher Hang zum Sadismus aus, der unbeugsame Wille zur uneingeschränkten Ausübung ihrer Macht, und sei es gegen jede humane Vernunft und...
Siegfried Wagner ist ein Unikat in der Musikgeschichte: So selten seine Opern gespielt werden, so häufig sind die wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit seinem Werk. Jetzt liegt eine Dissertation von Daniela Klotz, die zur Promotion an der Universität Salzburg führte, in Buchform vor. Die Autorin untersucht das Vexierspiel, das der Sohn Siegfried mit den...
