This sucks balls
«Fuck! This sucks. This sucks balls. This is shit. This is fucking shit!», ruft der Bariton beziehungsweise die Figur B zu Beginn – was man halt so lernt im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Denn für dieses hat Miroslav Srnka gemeinsam mit dem Librettisten Tom Holloway eine Oper entwickelt, die bereits sein bereits drittes abendfüllendes Auftragswerk unter der Intendanz des scheidenden Nikolaus Bachler ist.
«Singularity» heißt sie und will – unter Anspielung auf das gleichnamige Konzept des Futurologen Ray Kurzweil – über die Folgen der Technisierung für unsere Spezies nachdenken: Menschen schicken einander Nachrichten über ihre Implantate, für die sie regelmäßige Updates benötigen, und sprechen nur noch in Phrasen, Fragmenten und Kommunikationsabbrüchen. Weshalb sie bindungsunfähig geworden sind und sich im Zweifelfall lieber wie B auf sein Computerspiel oder wie T – man ahnt es, der «Tenor» – auf seine «Trostdrohne» verlassen, statt zu «sexten». Mit anderen Worten: Holloway hat die Lektüre einiger Feuilletonartikel zum Thema «Folgen der Digitalisierung» mit tradiertem Künstlertechnikpessimismus zu einem Nichts an Handlung verrührt, das selbst bei der Vorablektüre kaum ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Michael Stallknecht
Die Götter tragen Weiß. Blütenreines, blitzsauberes Weiß. Sieht wirklich gut aus: schick, elegant, lässig. Vielleicht ein bisschen überkandidelt. Aber Götter dürfen dergleichen. Gilt doch für sie, mehr noch als für uns Irdische und ihrem Selbstverständnis nach die von Immanuel Kant in seiner «Kritik der reinen Vernunft» entwickelte Idee, derzufolge Raum und Zeit...
Leserinnen und Leser der «Opernwelt» werden sich des Frankfurter Kritikers Hans-Klaus Jungheinrich erinnern. Wobei die Stadt keineswegs unerheblich ist. Denn Jungheinrich, auch der Autor, stand für eine Art Frankfurter Schule der Musik-Publizistik in der Nachfolge der «Kritischen Theorie» mit ihrem Haupt-Exponenten Theodor W. Adorno, der für den Diskurs der Moderne...
62. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752347
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