Opernfassung total
So etwas kann sich nur ein Sammlerhirn ausdenken – und alle, die ähnlich ticken, dürfen sich nun bei ihm bedanken. Andreas Ommer besitzt ein solches Hirn. Er hat mehr als fünfundzwanzig Jahre lang nach Opernaufnahmen gefahndet, um sie karteikartentauglich zu machen. Heute nutzt man für solche Projekte bekanntlich andere Medien, daher liegen Ommers Rechercheergebnisse nun als CD-ROM vor.
Erfasst wurden sämtliche Aufnahmen – so zumindest wollen wir es unterstellen – vom ersten «Bajazzo» 1907 unter Leitung des Komponisten bis zu Suppés noch nicht veröffentlichter «Schöner Galathée», aufgenommen im November 2005 bei den Tagen Alter Musik in Herne. In der Rubrik «Unsere Besten» gibt es einen klaren Sieger: «Spitzenreiter ist mit 175 Aufnahmen ‹Tosca› von Giacomo Puccini, aber auch ‹La Bohème›, ‹La traviata›, ‹Don Giovanni›, ‹Aida›, ‹Carmen›, ‹Il trovatore›, ‹Die Walküre›; ‹Le nozze di Figaro› und ‹Rigoletto› sind mit jeweils mehr als hundert Aufnahmen vertreten. Doch Ommer hat sich nicht nur mit dem bereits veröffentlichten Material zufrieden gegeben; auch «wichtige Rundfunk- und Fernsehübertragungen von Opernaufführungen», die «bis jetzt noch nicht auf Tonträgern erschienen sind», ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wie geht man – auf direktem Weg zum Weltstar – heute ein wichtiges Rollendebüt an? Rolando Villazón hatte vor drei Jahren mit dem Regisseur Paul-Emile Fourny, seit 2001 auch Intendant der Opéra de Nice, beim Festival von Antibes in «Lucia di Lammermoor» zusammengearbeitet. Man verstand sich gut, Villazón versprach Nizza eine «Werther»-Premiere – ohne zu wissen,...
Herr Dusapin, für Ihr «Faustus»-Libretto haben Sie aus vielen literarischen und anderen Quellen geschöpft. Der wichtigste Pate Ihrer Textcollage ist aber der englische Shakespeare-Zeitgenosse Christopher Marlowe. Wie kam es zu dieser Wahl?
Ich wollte Anfang der neunziger Jahre eigentlich über einen Text von Gertrude Stein arbeiten: «Doctor Faustus Lights the...
«Wehe der Zeit, die keine Helden hat», klagt Galileos Lieblingsschüler. Und der Meister flüstert ihm zu: «Wehe der Zeit, die Helden nötig hat». Dann wendet er sich zu Tisch, weil er, der von der Inquisition überwachte, verachtete und gebrochene Wissenschaftler, immer noch gern isst. So endet Michael Jarrells Oper «Galilée», ein Werk, im Auftrag des Genfer Grand...
