«Oper macht mich einfach glücklich»
Herr Ranisch, Sie haben an der Bayerischen Staatsoper einige kleine Stücke inszeniert, dazu Haydns «Orlando Paladino» für die Münchner Opernfestspiele, im Frühjahr 2020 machen Sie «Rigoletto» in Lyon als Koproduktion mit München: Sie werden ja richtig etabliert ...
Ob und wann der «Rigoletto» in München zu sehen sein wird, steht in den Sternen. Nikolaus Bachler war eben der Erste, der es sich vorstellen konnte, mich zur Oper zu holen. Die Bayerische Staatsoper ist tatsächlich wie ein zweites Zuhause. Ich fühle mich da ungeheuer wohl.
Insofern würde ich weniger vom Status als etablierter Regisseur sprechen, sondern eher von einer etablierten Beziehung.
Aber der Betrieb unterscheidet sich doch radikal von Ihren anderen Standbeinen.
Die Oper bietet mir viele Freiheiten, die ich zum Beispiel beim Fernsehen nicht habe. Dort wird ständig auf die Quote geschielt. Und die wird immer noch über ein paar tausend TV-Geräte gemessen bei Menschen, die mindestens fünf Stunden fernsehen und genau angeben, wann die Oma dazukommt oder sie auf die Toilette gehen – absurd. Die Angst ist bei den Sendern oft viel größer als der Mut. Man denkt auch viel mehr in Formaten. Mit meinen drei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Interview, Seite 28
von Markus Thiel
Einer der Erfolgssongs der Pop-Gruppe Erste Allgemeine Verunsicherung provozierte mit dem Refrain: «Einmal möchte ich ein Böser sein, eine miese Sau.» Ein erfüllbarer Wunsch, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt. Auch Titus Flavius Vespasianus (39-81) war nicht jener Gutmensch, als der er in Mozarts letzter Oper beworben wird. So ließ er Jerusalems Tempel...
Immer wieder diese Bilder, schwarzweiß: Ein junges Paar in der Küche, er liebkost sie, aus Zärtlichkeit wird nach und nach Gewalt, er drückt sie auf den Boden, will in sie eindringen, sie zieht ein Küchenmesser ... Nicola Raab reichert ihre Straßburger «Rusalka»-Deutung fortwährend mit projizierten Wasser-, Wald- und Wolken-Motiven an (Video: Martin Andersson)....
In Fragebögen für Prominente findet sich die Rubrik «Lieblingskomponist»: Meist werden da die üblichen Verdächtigen genannt: Bach, Chopin, Verdi, Richard Strauss usw. So unbestreitbar deren Rang ist, so wenig lässt sich manchmal der Verdacht verdrängen, dass es sich da auch um Lippenbekenntnisse kultureller Wohlanständigkeit handelt. Bei zwei Komponisten allerdings...
