Ohne Bezug zur Gegenwart

Die Bundeskunsthalle Bonn zeigt die Ausstellung "Die oper ist tot, es lebe die Oper"

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Der Titel der großen Schau führt in die Irre. Denn hier wird weder nachgewiesen, dass die Oper tot ist, noch wird gezeigt, in welchen Spielarten sie heute höchst lebendig ist. Aber natürlich macht der leicht provokante Titel neugierig, und das ist schon ein Gewinn. Dass Oper gestrig sei, ist eines der hartnäckigen Klischees, mit denen sich die Gattung herumschlagen muss. Dabei besitzt Deutschland mit über 80 Opernhäusern die höchste Dichte weltweit und bietet damit weit mehr Menschen ein Liveerlebnis als etwa Italien, das Mutterland der Oper.

Niemand zwingt die Leute in all die vielen Häuser. Denn die heutige Oper ist den meisten ihrer Klischees längst entwachsen. Die Bonner Kuratoren Katharina Chrubasik und Alexander Meier-Dörzenbach haben sich dennoch dafür entschieden, die letzten 100 Jahre der Entwicklung und damit auch die Gegenwart komplett auszublenden – was auch deshalb verwundert, weil vor Ort ein ambitioniertes Opernhaus steht. Der Blick zurück ohne Bezug zur Gegenwart ist also Programm dieser opulent gemachten Schau, die sich in mitunter willkürlich scheinenden Sprüngen bewegt und mittels Audio-Guide viele akustische und filmische Leckerbissen bietet.

Die einzelnen ...

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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Regine Müller

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