Schauermärchen
Das Feuer: Zweck und Ende», schreibt Regisseur Cesare Lievi über Verdis «Il trovatore», diese «opera notturna», in der alles schon eingeäschert scheint, bevor es überhaupt beginnt. Für das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino hat Lievi das Dramma lirico in ein aschegraues Schauermärchen mit Horrorfilmanleihen verwandelt. Krisselig-düster flimmert die Leinwand im Saal gleich zu Beginn. Aus der Stille steigen Trommelschläge empor, dann verschwindet die Leinwand und ein militärisches Standbild erscheint.
Während Graf Luna unter den Balkonen der königlichen Gemächer umherstreift und an seine geliebte Leonora denkt, wacht Hauptmann Ferrando gemeinsam mit den Soldaten und wartet auf die Rückkehr seines Herrn. Um die Zeit zu vertreiben, erzählt er ihnen die Geschichte des Grafen und dessen Bruder Garcia, der von einer Hexe aus dem fahrenden Volk mit einem Fluch belegt wurde. Nach ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen taucht ihre verzweifelte Tochter auf, raubt Garcia und übergibt ihn aus Rache ebenfalls den Flammen. Noch immer soll der Geist der Mutter durch das Schloss wandern, und die Tochter wurde nie gefunden ...
In der kompakten und ausgewogenen Akustik des 2014 erbauten Opernsaals kann ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Katharina Stark
Stück-Werk» hieß das Ziel, das der Stuttgarter Opern-Intendant Klaus Zehelein 1997 ausgab, nachdem er sich mit dem für die geplante Neuinszenierung von Wagners «Ring des Nibelungen» vorgesehenen Regisseur Johannes Schaaf zerstritten hatte und eine andere Lösung suchte. Dass das Ganze das Unwahre sei, hatte er einst bei Adorno gelernt. «Wagners Arbeit am Ring», so...
JUBILARE
Rodion Schtschedrin kam am 16. Dezember 1932 in Moskau zur Welt, studierte schließlich am Moskauer Konservatorium bei Juri Schaporin (Komposition) und Jakow Flier (Klavier). Nach durchaus eindrücklichen Anfängen einer Klavierlaufbahn wurde er 1964 auf eine Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium berufen und 1973 auf Wunsch von Schostakowitsch...
Von der Weser bis zur Elbe, von dem Harz bis an das Meer» – so beginnt das «Das Lied der Niedersachsen». Und am Ende des zitierten Ausschnitts steigt man am besten auch schon wieder aus der Lektüre aus, folgen doch fast nur noch Nationalismen, die das Niedermetzeln einstmaliger Gegner feiern. Wesentlich feinsinniger gehen heuer die niedersächsischen Theater zu...
