Nur ein Lichtblick
Hat alles nichts gebracht: die echten Flüchtlinge auf der Bühne; die Kinder aus Afrika, die Armut beglaubigen sollten, obwohl sie aus einer intakten, gar nicht so armen Familie kamen; die Nutten, Nutten und abermals Nutten, die der alten, elitären Oper mehr street credibility verschaffen sollten. Völlig nutzlos! Von der Relevanz, die mit diesen «Einfällen» des Regietheaters behauptet worden war, blieb nichts übrig. Geschert hat sich in der Pandemie kein Politiker darum und kein Publikum. Die Theater blieben zu, der Protest dagegen blieb aus.
Er kam nur aus der Branche selbst, von niemandem sonst. Der zur Macht gelangte Midcult, der Politkitsch einer selbstgerechten Betriebs-Schickeria, hat all die Jahre nicht dafür gesorgt, dass die Opernhäuser als so lebenswichtig wie die Friseure eingestuft wurden.
Doch in all dem Streaming-Elend ein Lichtblick: Axel Ranischs Inszenierung von Ermanno Wolf-Ferraris «Il segreto di Susanna» an der Bayerischen Staatsoper München. Eigentlich eine Petitesse über das Laster des Rauchens, hinter dem ein eifersüchtiger Ehemann das der Untreue wittert. Mit dem Film, der als Parallelerzählung zur Bühnenhandlung zu einer Paartherapie-Sitzung ins häusliche ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 96
von Jan Brachmann («FAZ», Frankfurt am Main)
Im Jahrbuch 2020 wurde eine von Mezzo J’Nai Bridges moderierte Diskussion zum Thema Rassismus in der Oper abgedruckt. Über dieses wichtige Thema ist viel gesprochen worden seither – wer trotzdem noch Belege braucht, kann sich auf einer der vielen neuen Plattformen umschauen, etwa dem Instagram-Account @operaisracist. Vieles klingt bekannt in den anonymisierten...
Blicken wir zurück. Am 14. März 2020 feierte die English National Opera (ENO) die Premiere einer Neuproduktion von Mozarts «Le nozze di Figaro». Bereits die zweite Vorstellung wurde gestrichen, ebenso der Rest der Spielzeit. Das Royal Opera House (ROH) brachte am 1. März 2020 einen umjubelten neuen «Fidelio» heraus. Nach sechs weiteren Vorstellungen fiel die...
Frühling 2019: Die nächste Spielzeit der Pariser Oper wird bekanntgegeben. Auf dem Programm steht ein neuer, von Calixto Bieito inszenierter «Ring», als Abschiedsgeschenk für Musikdirektor Philippe Jordan, der genauso wie Intendant Stéphane Lissner 2021 aus dem Amt scheidet. «Rheingold» und «Walküre» sollen im Frühling 2020 erklingen, «Siegfried» und...
