Macht der Farbe
Im Jahrbuch 2020 wurde eine von Mezzo J’Nai Bridges moderierte Diskussion zum Thema Rassismus in der Oper abgedruckt. Über dieses wichtige Thema ist viel gesprochen worden seither – wer trotzdem noch Belege braucht, kann sich auf einer der vielen neuen Plattformen umschauen, etwa dem Instagram-Account @operaisracist. Vieles klingt bekannt in den anonymisierten Kommentaren. Das Vorurteil, dass «asiatische Sänger [...
] von ihrer Kultur her zu Robotern erzogen werden, denen die Ausdruckstiefe der Westler völlig abgeht», war während meines Studiums Anfang der 2000er-Jahre extrem verbreitet in der Berliner Hochschulszene. Und kürzlich wollte mir der Intendant eines Star-strotzenden Hauses erklären, dass «die Araber vokal-physiologisch für die Oper ja überhaupt nicht gebaut» seien. Eine wundersam farbenblind-farbenreiche Welt im Stile von Armando Iannuccis «The Personal History of David Copperfield» ist wohl noch nicht absehbar. Es sind oft die kleinen Kompanien und Spielorte, die Pionierarbeit leisten – Nachrichten wie die, dass in Glasgow wegen Virus-Finanzverlusten 80 von 171 Einrichtungen der Kulturstiftung «Glasgow Life» geschlossen bleiben, werden noch viele eintreffen, und das ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 125
von Wiebke Roloff Halsey («Opernwelt», London)
62. Jahrgang, Jahrbuch 2021
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISBN 978-3-942120-35-7
Best.-Nr. 752967
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Andrea Kaiser | redakt...
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200 Jahre Einsamkeit? Weit gefehlt. Carl Maria von Webers «Freischütz», 1821 im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt (unter der musikalischen Leitung seines Schöpfers) in die Welt gekommen, ist der Deutschen liebstes romantisches Opernkind. Was wiederum auch nicht stimmt, denn die imaginäre Sprache des Waldes, die in diesem Bühnenwerk hörbar wird, fand...
