Notlösungen
Die Werkstätten der Wuppertaler Bühnen liegen in einem Gewerbegebiet. Autohäuser und Supermärkte reihen sich an der Hauptstraße, außerdem gibt es eine große Tankstelle, eine Striptease-Bar, einen Pizza-Bring-Dienst, eine einsame Bushaltestelle. Der Charme des Ortes ist überschaubar. Doch das Gebäude der Werkstätten öffnet sich in einen erstaunlich geräumigen Malersaal, der nun zum Spielzeitauftakt für Georg Friedrich Händels «Julius Caesar» gezwungenermaßen zur Ersatzspielstätte ohne jeden gastronomischen Service umfunktioniert werden musste.
Ursprünglich sollte Immo Karaman das Werk inszenieren. Da seine bereits fertig konzipierte Regie aber ohne funktionierende Bühnentechnik nicht realisierbar ist, präsentierte das Wuppertaler Leitungsteam die barocke Oper nun als sogenannte Konzertinstallation: Das Werk wurde stark gekürzt und ergänzt durch eingeschobene Lesungen mit Texten aus Niccolò Machiavellis Traktat «Der Fürst», die szenische Einrichtung besorgte Karin Kotzbauer-Bode.
Der Raum will aus der Not eine Tugend machen und eine Rundum-Ästhetik zum Anfassen bieten. Das Publikum sitzt daher ebenerdig in vier Blöcken, das Orchester ist auf Abstand in der Mitte platziert, zwei ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Regine Müller
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Ich glaube, es ist ein Klischee – oder eine Marketingmaßnahme. Wenn etwas typisch sein könnte, dann vielleicht die Farbe. Dieses Silbrige. Anders als die eher goldenen italienischen Stimmen. Man kann es auch über die Komponisten definieren: Französische...
Wanderer, kommst du nach Macerata, begegnet dir das Wissen – und noch einiges mehr. Die mittelalterliche 40.000-Einwohner-Stadt, rund 50 Kilometer südlich von Ancona gelegen, ist nicht nur Sitz der 1290 gegründeten Universität; dort wurde zwischen 1823 und 1829 zudem ein für Europa einzigartiges, geschlossenes Stadion gebaut, das «Sferisterio». Entworfen hatte es...
