Nichtstun ist keine Alternative

Sie sind tapfer. Suchen mit großem Einfallsreichtum nach Möglichkeiten, den Unterricht auch online inspirierend zu gestalten. Schwanken zwischen Lust und Frust. Wie es Lehrenden und Studierenden der UdK Berlin in der Krise ergeht. Ein Erfahrungsbericht

Auf der einen Seite Virologen, Politiker und große Teile der Bevölkerung, die zur Bekämpfung der Pandemie radikale Kontaktbeschränkungen fordern, durchsetzen, akzeptieren. Auf der anderen Seite diejenigen, die froh sind über jede Sondergenehmigung des Senats für die künstlerische Ausbildung, über jeden irgend möglichen Gestaltungsspielraum. Unsere Ausbildung lebt von der unmittelbaren Begegnung, von Kontakt, von Berührung.

Wie schafft man es, in den ausgerufenen Online-Semestern, den Studierenden Angebote zu machen, damit Monate, ganze Semester nicht zu einer verlorenen Zeit werden? Wie geht das: den singenden, tanzenden Schauspieler online auszubilden? Wie schaffe ich es, die Kernprämissen meines Unterrichts – «Spielen heißt Reagieren» und «Alles geht vom Partner aus, alles zielt auf den Partner» – nicht zu verlieren? Es ist nur eingeschränkt, nur mit Verlusten möglich. Aber natürlich ist Nichtstun keine Alternative. Wie gesagt: Reagieren.

Ich habe in den ersten Wochen der Universitäts-Schließung erst mal gemacht, was meines Wissens alle Schauspieldozenten überall gemacht haben: Online-Monologe. Und ich kenne nun die Badewannen und WG-Zimmer unserer Studierenden, die ...

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Opernwelt März 2021
Rubrik: Focus Spezial, Seite 16
von Mathias Noack

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