Nichts ist mehr so, wie es früher nicht war
Die Wiener Staatsoper sei kein Haus wie jedes andere, meint Direktor Ioan Holender im Booklet dieser Aufnahmen. Unbestritten – wenngleich zwischen den Zeilen von Holenders Statement jene Führungsrolle mitschwingt, die Wien in der Musik- und Opernwelt gern beansprucht, die man aber in Berlin, London, Mailand, New York, Paris, auch München wahrscheinlich nicht unwidersprochen ließe.
Sei’s, wie es sei: Kaum eines der genannten Häuser verfügt über einen so umfangreichen Schatz an Tondokumenten wie die Wiener, dank der vom Österreichischen Rundfunk erstellten Live-Übertragungen: Seit der Wiedereröffnung des Hauses am Ring wurden fast alle Premieren und darüber hinaus auch manche Repertoirevorstellungen aufgezeichnet.
Orfeo, in der Aufarbeitung solcher Archive im süddeutschen Raum – Wien, München, Salzburgs Festspiele – bestens geübt, hat erneut zwei bemerkenswerte Mitschnitte herausgebracht: Verdis «La forza del destino» aus dem Jahre 1960, in der Ära Karajan also, jedoch mit Dimitri Mitropoulos am Pult (aufgenommen wenige Wochen vor dem Tod des Dirigenten), sowie eine Spielplanrarität: Mercadantes «Il giuramento» in einer konzertanten Aufführung aus dem Jahre 1979.
Wieder fällt einem ...
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Was wird in diesem minutiös nachgebauten, von Sonnenlicht durchfluteten Wiener Kaffeehaus des 19. Jahrhunderts mit seinen vom Zigarrenrauch der Jahrzehnte angegilbten Putz wohl gespielt? Lessings «Minna», die in einem Wirtshaus beginnt? Eine Nestroy-Komödie? Schnitzler? Oder doch eine Mozart-Oper? Mit kleiner, separater Bühne ist dieser Ort ausgestattet, einer...
Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mäßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...
Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Minghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar...
