Nicht mehr zeitgemäß
Man habe «pausenlos zu tun», sagt Elisabeth Ehlers vom Münchner Künstlersekretariat am Gasteig, «richtig viel Arbeit». In Agenturen herrscht derzeit Hochbetrieb: Konzerte werden auf kommende Spielzeiten verlegt, Programme den neuen Spielbedingungen angepasst, Verträge für abgesagte Veranstaltungen abgewickelt, neue für kurzfristig wieder angesetzte abgeschlossen. Planungssicherheit auf dem internationalen Musikmarkt gibt es nicht, die Regelungen der einzelnen Länder, oft genug auch der einzelnen Regionen für Einreisen wie für Konzerte ändern sich ständig.
Dabei befinden sich die acht Mitarbeiter des Künstlersekretariats derzeit in Kurzarbeit. Das Kurzarbeitergeld ist durchaus ein Segen für die deutschen Agenturen, erspart es doch bislang Entlassungen oder gar Schließungen in größerem Stil, wie sie etwa in Großbritannien bereits grassieren. Außerdem bilden größere Agenturen in der Regel Rücklagen, die sie nun angreifen können – und müssen. «Bis zum Ende des Jahres» werde man auf diese Weise durchhalten, sagt Ehlers.
Schließlich wollen die Mitarbeiter der Agenturen weiterbezahlt sein, fällt die Miete für das Büro an und hält sich die Homepage auch nicht von selbst instand. Die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Michael Stallknecht
Herr Williams, Sie haben als Musiklehrer angefangen ...
Mein Vater war Geschäftsmann. Profi-Musiker kamen in unserer Welt nicht vor. Natürlich hörte ich sie im Radio oder sah sie im Fernsehen, aber ich ging davon aus, dass sie das zum Spaß machen – denn was könnte Musik anderes sein?
Dabei waren Sie doch selbst, wie fast alle Sänger in Großbritannien, schon im...
«Beethoven è incazzato», ruft Riccardo Muti ins Orchester, als er am letzten Probentag den Auftakt zum Finale der «Eroica» gibt. Das Orchestra Giovanile Luigi Cherubini versteht den Maestro und dieses Adjektiv, das in seiner eigenen Giovinezza wohl nicht ganz jugendfrei war, mit «stinksauer» noch milde übersetzt ist, diesem Klangkörper aus den besten...
Gleich drei Ausstellungen hat Alexander Kluge in den vergangenen Monaten der Oper gewidmet: an seinem Geburtsort Halberstadt, in Ulm, wo er an der Hochschule für Gestaltung gemeinsam mit Edgar Reitz die Abteilung für Filmgestaltung leitete, und in Stuttgart, wo er bis in die Gegenwart hinein die Entstehung von Inszenierungen verfolgt. Die 400-jährige Geschichte der...
